Siemens Energy: Dax-Konzern erhöht Renditeziele – Aktienkurs mehr als versechsfacht
München. Für Siemens-Energy-Chef Christian Bruch war es eine ungewohnte Situation. Bei der fünften Bilanzpressekonferenz des noch jungen Dax-Konzerns konnte er am Mittwoch erstmals schwarze Zahlen präsentieren. „Viele Dinge laufen in die richtige Richtung nach dem schrecklichen Jahr 2023“, sagte er.
Die Börsen sehen das genauso. Der Aktienkurs stieg nach der Anhebung der Prognosen um zwischenzeitlich 20 Prozent auf den neuen Höchststand von 47 Euro. Am frühen Nachmittag lagen die Papiere noch knapp 14 Prozent im Plus.
Im vergangenen Jahr war das Unternehmen wegen schwerer Qualitätsproblemen bei Windturbinen in Not geraten. Auf dem Höhepunkt der Krise musste Siemens Energy den Bund um staatliche Rückgarantien in Milliardenhöhe ersuchen.
Die Nachrichten von den gut laufenden Geschäften hatte Bruch daher am Dienstagabend sicherheitshalber vorab mit einer Ad-hoc-Mitteilung verkündet und die Mittelfristziele angehoben. „Das Marktumfeld ist außerordentlich positiv“, sagte er nun, „wir profitieren vom Stromwachstum.“ Die Verluste bei der Windkrafttochter Siemens Gamesa sind zumindest etwas kleiner geworden.
Seit dem Tiefstand im Oktober 2023 – der tiefste Kurs lag am 26. Oktober 2023 bei 6,40 Euro, der Schlusskurs betrug an diesem Tag 6,87 Euro – hat der Kurs mit den Kursgewinnen vom Mittwoch rund 600 Prozent, auf Schlusskursbasis mehr als 550 Prozent zugelegt. Für den Optimismus gibt es eine Reihe von Gründen. Doch ist er nach Einschätzung von Analysten nur gerechtfertigt, wenn der Konzern sein großes Problem löst.