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EU-AbwasserrichtlinieIndustrie fürchtet neues EU-Gesetz

Die EU will Bürger vor verunreinigtem Wasser schützen. Pharma- und Kosmetikhersteller sollen Milliarden zahlen. Das hat Folgen für Verbraucher und den Standort Deutschland.Olga Scheer, Michael Scheppe, Maike Telgheder 05.11.2024 - 19:03 Uhr Artikel anhören
Arzneimittelforschung: Pharma- und Kosmetikfirmen sollen für den Großteil einer neuen EU-Richtlinie aufkommen. Foto: PR

Brüssel, Düsseldorf, Frankfurt. Dierk Schumacher ist alarmiert. Der Hersteller von Desinfektionsmitteln und Seifenlösungen aus dem hessischen Malsfeld muss wie andere Unternehmen der Pharma- und Kosmetikbranche nun mit erheblichen Zusatzausgaben rechnen. Denn die EU-Mitgliedstaaten haben am Dienstag beschlossen, dass große Klärwerke ausgebaut werden sollen, um weitere Schadstoffe aus dem Abwasser zu filtern. Den Großteil dieser Kosten muss die Pharma- und Kosmetikbranche tragen.

Für den Inhaber der Firma Dr. Schumacher sind die Folgen weitreichend: „Für einen Liter Desinfektionsmittel, die in Krankenhäusern eingesetzt werden, müssen wir nach unserer Hochrechnung statt 2,30 Euro künftig neun Euro berechnen, um unsere anteiligen Kosten für die geforderte Abwasseraufbereitung wieder hereinzuholen.“ Er fürchtet eine sinkende Nachfrage – und will klagen, wenn er mehr zahlen muss.

Wie der Familienunternehmer fürchtet die gesamte Pharma- und Kosmetikbranche in Deutschland laut einer Handelsblatt-Umfrage unter großen Firmen und Verbänden milliardenschwere Mehrkosten, die am Ende auf die Verbraucher übergewälzt werden dürften.

Die führenden Pharmaverbände warnten in einer gemeinsamen Erklärung vor „gravierenden Arzneimittel-Engpässen“. Und Jean-Christophe Letellier, Chef des Kosmetikriesen L’Oréal in Deutschland, Österreich und der Schweiz, fürchtet ein „erhebliches wirtschaftliches Risiko“ und Wettbewerbsnachteile für die Branche.

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