Elon Musk: Diese Grafiken zeigen, wie SpaceX und Co. von Trump profitieren könnten
Berlin. Kaum zeichnete sich ab, dass Donald Trump der 47. Präsident der Vereinigten Staaten wird, da profitierte neben Donald Trumps Firma Truth Social vor allem eine andere Aktie: Tesla. Die Aktie stieg am Mittwoch um rund 15 Prozent.
Inwiefern der aktuelle Aufschwung der Aktie eine Überreaktion des Markts ist, muss sich noch zeigen.
Tatsächlich könnte Musk es aber gleich auf mehreren Wegen helfen, wenn er mehr politischen Einfluss bekommt – und Interessenkonflikte und rechtliche Hürden aus dem Weg geräumt werden könnten.
1. Mehr Geld von staatlicher Seite als bisher?
Unter den Firmen aus Musks Kosmos bekommt SpaceX mit Abstand am meisten Geld vom Staat. Die Summe beläuft sich der offiziellen staatlichen Website USASpending zufolge auf 3,6 Milliarden Dollar für dieses Jahr.
Hauptsächlich kommen diese Summen von der Raumfahrtbehörde Nasa und dem Verteidigungsministerium. Das umschließt einerseits Raumtransporte, beispielsweise zur internationalen Weltraumstation ISS, aber vor allem auch den Transport von Satelliten und das Nutzen des Angebots von Starlink.
Insofern könnte Musks mutmaßlich steigender Einfluss dazu führen, dass SpaceX noch mehr Geld über staatliche Aufträge bekommt. Oder sein Wirken führt dazu, dass auch seine anderen Unternehmen wie X (vormals Twitter) oder Tesla mehr bei staatlichen Aufträgen beachtet werden.
Denn speziell X hat in den vergangenen Jahren deutlich weniger Aufträge vom Staat erhalten als in früheren Jahren. Auf Tesla entfallen sogar, zumindest nach vom Handelsblatt recherchierten Daten, insgesamt nur wenige Zehntausend Dollar.
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2. Ende der Verfahren von staatlichen Kontrollbehörden?
Musks Unternehmen bekommen nicht nur staatliche Aufträge. Gegen sie laufen auch staatliche Ermittlungen. Die Behörden werfen SpaceX zum Beispiel Arbeitsrechtsverstöße und unrechtmäßige Entlassungen vor. Das Justizministerium ermittelt bei Tesla, inwiefern beispielsweise die Autopilot-Funktionen den rechtlichen Vorgaben entspricht. Die Börsenaufsicht prüft, ob Musk zu Unrecht Gelder von Tesla für eines seiner Häuser genutzt hat.
Hätte Musk über Trump mehr direkten oder indirekten Einfluss auf staatliche Kontrollbehörden, könnte das dazu führen, dass diese Ermittlungen beendet oder eingeschränkt werden. Beides könnte auf der Kostenseite Musks Firmen deutlich entgegenkommen.
3. Wettbewerbsvorteile?
Denkbar ist auch, dass es mit Musks Zugang zum amerikanischen Staatsapparat leichter für ihn wird, die Konkurrenz auszubooten. Ein Beispiel dafür könnte sein Start-up xAI sein, das anstrebt, bald mit 40 Milliarden Dollar bewertet zu werden.
Würden US-Behörden zum Beispiel Branchenprimus OpenAI mehr Auflagen machen, könnte das Musks Firma erlauben, aufzuholen.
Ähnliches gilt auch für den Markt mit Solarpanels. Würden unter einer Trump-Regierung die Strafzölle für Solarpanels aus China oder Europa steigen, könnten sich hier Musks Investitionen in die Solarbranche auszahlen.
Das vielleicht ambitionierteste Szenario für Musk wäre, unter Trump die Idee der „App für alles“ mit X weiterverfolgen zu können. Ein Vorbild ist hierfür die chinesische App Wechat, die eben nicht nur Kommunikations-, sondern unter anderem auch Zahlungsdienstleistungen ermöglicht.
Um so etwas auch in den USA umzusetzen, gibt es aber deutlich höhere regulatorische Hürden als in China. Die hatten es bisher relativ unwahrscheinlich gemacht, dass Musk aus der angeschlagenen Plattform X eine solche Universal-App kreieren könnte.
Ob diese und andere Hürden aber in den nächsten vier Jahren so noch existieren werden, ist unter Trump fraglich. Am Ende könnte es sein, dass Musk mit X, das bisher als ein Fehlinvestment gilt, doch noch seine Verluste deutlich reduziert.
Erstpublikation: 07.11.2024, 08:45 Uhr.