Agent: Amerikaner wegen möglicher Spionage beim US-Militär festgenommen
Karlsruhe. Nach der Festnahme eines US-Amerikaners wegen mutmaßlicher Spionage für China ist der Beschuldigte in Untersuchungshaft. Der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe setzte den Haftbefehl in Vollzug, wie eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft mitteilte.
Die Bundesanwaltschaft lies den US-Amerikaner zuvor in Frankfurt am Main festnehmen lassen. Er soll einem chinesischen Nachrichtendienst sensible Informationen des US-Militärs angeboten haben, wie die Karlsruher Behörde mitteilte. Die Bundesanwaltschaft wirft dem Mann vor, sich gegenüber einem ausländischen Geheimdienst zur geheimdienstlichen Agententätigkeit bereit erklärt zu haben.
Er habe bis vor kurzem für die US-amerikanischen Streitkräfte in Deutschland gearbeitet und sei in diesem Zusammenhang an die Informationen gekommen, um die es bei der Übermittlung gehen soll. In diesem Jahr habe er chinesische staatliche Stellen kontaktiert und die Weitergabe angeboten.
Worum es bei den Informationen geht, blieb zunächst unklar.
Haftprüfung soll noch heute erfolgen
Beamte des Bundeskriminalamts nahmen den Mann fest, wie die Bundesanwaltschaft weiter mitteilte. Zudem werde die Wohnung des Beschuldigten durchsucht. Ein Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe soll noch im Laufe des Tages entscheiden, ob der Amerikaner in Untersuchungshaft kommt. Eine genaue Uhrzeit dafür war nicht bekannt.
Bei den Ermittlungen habe die Bundesanwaltschaft eng mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz zusammengearbeitet, hieß es in der Mitteilung. Als oberste Anklagebehörde in Deutschland ist die Bundesanwaltschaft unter anderem für Fälle von Spionage und Terrorismus zuständig.
Zuletzt war im Oktober eine Chinesin mit Verbindungen zum AfD-Politiker Maximilian Krah in Leipzig wegen Spionageverdachts festgenommen.