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Marcus ChromikEin zweiter Ex-Commerzbank-Vorstand wird Beirat bei Unzer

Der frühere Risikochef der Commerzbank berät künftig die Zahlungsfirma Unzer. Das Unternehmen hat drei Jahre in Folge rote Zahlen geschrieben.Elisabeth Atzler 12.11.2024 - 15:19 Uhr Artikel anhören
Marcus Chromik auf einer Handelsblatt Tagung: Der frühere Risikochef der Commerzbank berät den Zahlungsdienstleister Unzer. Foto: Bernd Roselieb für Handelsblatt

Frankfurt. Ein zweiter ehemaliger Commerzbank-Vorstand berät künftig den Berliner Zahlungsdienstleister Unzer. Marcus Chromik wird Mitglied im Beirat, wie Unzer am Dienstag mitteilte. Chromik war bis Ende vergangenen Jahres Risikovorstand der Commerzbank, seit April sitzt er im Aufsichtsrat der italienischen Großbank Unicredit – die die Commerzbank übernehmen will.

Chromik ist bereits der zweite frühere Commerzbank-Spitzenmanager im Unzer-Beirat. Vor zwei Jahren übernahm Ex-Bankchef Martin Blessing den Vorsitz des damals neu eingerichteten Gremiums. Der Beirat besteht damit aus vier Personen, eine fünfte soll bald folgen. Einen Aufsichtsrat hat die Firma nicht.

Neben Chromik gewann Unzer Jürg Weber, einen früheren Manager von Six Payments, das mittlerweile zum französischen Konzern Worldline gehört. Zudem wird der britische IT-Manager Jon Wrennall Beirat.

Unzer hat drei Jahre nacheinander schwach abgeschnitten und deutliche Verluste erlitten. Die Zahlungsfirma, die früher Heidelpay hieß, schrieb im vergangenen Jahr einen Verlust in Höhe von 110 Millionen Euro. 2022 betrug der Verlust nahezu 400 Millionen Euro. Unzer zufolge lag das im Wesentlichen an Abschreibungen auf den Firmenwert, nachdem das Unternehmen in den vergangenen Jahren mehrere Unternehmen übernommen hatte. 2021 verbuchte Unzer ein Minus von fast 120 Millionen Euro.

Finanzinvestor KKR hat sich zurückgezogen

Die Finanzaufsicht Bafin hatte Unzer im Spätsommer 2022 Mängel unter anderem bei der Bekämpfung von Geldwäsche sowie bei Kontrollmechanismen attestiert. Sie verhängte deshalb ein Neukundenverbot für die Tochter Unzer E-Com, das erst kürzlich wieder ganz aufgehoben wurde, und schickte einen Sonderbeauftragten in das Unternehmen.

Unzer wickelt Zahlungen an der Ladenkasse sowie für Onlinehändler ab, die Händler zahlen für diese Dienstleistung. Allerdings ist der Markt hart umkämpft.

Der seit 2021 amtierende Vorstandschef Robert Bueninck versucht, die Probleme der Firma anzugehen. Die Firma habe die Vergangenheit hinter sich gelassen, sagte er im Oktober. Unter anderem trennte sich Unzer von Kunden aus dem Bereich „Digital Entertainment“, womit in der Regel Porno- und Glücksspielanbieter gemeint sind. Das drückte den Umsatz deutlich nach unten. Für das laufende Jahr rechnet Bueninck mit einem Umsatzplus von etwa zehn Prozent.

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Im Jahr 2019 hatte der US-Finanzinvestor KKR die Mehrheit an Unzer erworben. Inzwischen gehört die Firma im Wesentlichen den früheren Gläubigern, darunter Goldman Sachs Asset Management und Partners Group. KKR hat sich weitgehend zurückgezogen.

Nach dem Wirecard-Skandal untersuchte die Bafin neben Unzer weitere Zahlungsdienstleister wie Payone und Concardis genauer. Auch bei diesen beiden Unternehmen entdeckte die Aufsicht Mängel bei der Geldwäscheprävention.

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