Jägermeister-Chef und The Rock: Wie Tequila das deutsche Traditionsunternehmen revolutioniert
Wolfenbüttel. Bei Mast-Jägermeister in der niedersächsischen Fachwerkstadt Wolfenbüttel trifft Tradition auf Moderne. In uralten riesigen Eichenfässern reift der geheime Extrakt aus 56 Kräutern in Alkohol. Nach etlichen Monaten kommen Wasser und Zucker hinzu. Danach wird der Kräuterlikör in die ikonischen jägergrünen Flaschen abgefüllt.
In den modernen Fluren des größten deutschen Spirituosenherstellers hängen Werbeplakate aus vielen Jahrzehnten: „Ich trinke Jägermeister, weil…“ und tanzende Chinesinnen in Nachtclubs mit eiskalten Jägershots.
Das Familienunternehmen von 1878, das seinen Kräuterlikör in 150 Ländern verkauft, verzeichnete nach einem Pandemieknick Rekordjahre.
Aber die Geschäfte werden weltweit herausfordernder, erzählt CEO Michael Volke im Gespräch mit dem Handelsblatt. Auch wegen der Importzölle, die der künftige US-Präsident Donald Trump erneut angedroht hat. Volke erklärt zudem, warum Jägermeister nach Jahrzehnten von seiner Monomarkenstrategie abgerückt ist.
Lesen Sie hier das Interview mit Jägermeister-Chef Michael Volke:
Herr Volke, 2019 hatten die USA unter Donald Trump Strafzölle auf deutschen Likör erhoben. Nun wird er erneut Präsident und will hohe Importzölle einführen. Inwieweit sehen Sie die Geschäfte von Jägermeister bedroht?
2019 war Jägermeister ein Kollateralschaden im Airbus-Boeing-Streit. Damals hatte die Welthandelsorganisation den USA Strafzölle zugestanden wegen vermeintlich illegaler Airbus-Hilfen der EU. Die Trump-Regierung hatte dann unter anderem auf Likör aus Deutschland 25 Prozent Einfuhrzölle erhoben. Das hat unsere Wettbewerbsfähigkeit auf den Kopf gestellt.