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GeldpolitikNagel zufolge könnten Trumps Pläne eine strengere Geldpolitik fordern

Sollten die Handelskonflikte eskalieren, muss laut Bundesbank-Präsidenten Joachim Nagel auch die Geldpolitik darauf reagieren. Für die EZB könnte das höhere Zinsen bedeuten. 18.11.2024 - 11:41 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Sollten wegen Verwerfungen im Welthandel die Preise steigen, müssten Nagel zufolge die Notenbanken eingreifen Foto: Marcus Brandt/dpa

Frankfurt. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel befürchtet Verwerfungen im Welthandel, sollte der designierte US-Präsident Donald Trump seine Zollpläne wahr machen. Trump habe angekündigt, die Zölle auf ein breites Spektrum von Waren deutlich zu erhöhen, sagte Nagel bei einer Veranstaltung in Tokio laut Redetext. „Wenn die US-Regierung diese Versprechen in die Tat umsetzt, könnte dies einen bedeutenden Wendepunkt für die internationale Handelsordnung darstellen.“

Zudem fürchtet die Bundesbank Folgen für die Preise. „Wenn ein Land die Zölle stark erhöht und die betroffenen Länder Vergeltungsmaßnahmen ergreifen, könnte es zu einem deutlichen Anstieg des Inflationsdrucks kommen“, sagte Nagel.

Für die Europäische Zentralbank (EZB) würde das am Ende bedeuten, dass sie höhere Zinsen beschließen müsste, um die Inflation in Schach zu halten.

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„Falls wir in Zukunft mehr Schwankungen bei der Inflation sehen, könnte es sogar noch wichtiger werden, eine starke Entschlossenheit zu zeigen, unser Preisstabilitätsziel zu erreichen und die Inflationserwartungen zu stabilisieren“, sagte Nagel. Die EZB strebt mittelfristig 2,0 Prozent Inflation als Idealwert für die Euro-Zone an.

Nagel hatte bereits vor einigen Tagen vor erheblichen wirtschaftlichen Folgen gewarnt, sollte der designierte US-Präsident Donald Trump seine Zollpläne umsetzen.

Trump will Zölle von mindestens zehn Prozent einführen. Foto: IMAGO/UPI Photo

Trump hat die Einführung von Zöllen in Höhe von zehn Prozent oder mehr auf alle importierten Waren ins Gespräch gebracht, um das Handelsdefizit der USA zu beseitigen. Wirtschaftsexperten befürchten, dass es dadurch zu erheblichen Konflikten im Welthandel kommen könnte.

Auch wenn die Notenbanken mit höherem Inflationsdruck umgehen könnten, wäre eine „geoökonomische Fragmentierung“ nicht harmlos, warnte Nagel. „Das Produktionswachstum würde geringer ausfallen, weil wir einige der Vorteile einer effizienten internationalen Arbeitsteilung einbüßen würden.“

Auch für die deutsche Wirtschaft hatte Nagel bereits vor möglichen schweren Folgen von Trumps Ankündigungen gewarnt. „Sollten die Zollpläne umgesetzt werden, könnte uns das in Deutschland durchaus ein Prozent der Wirtschaftsleistung kosten“, sagte Nagel kürzlich der Wochenzeitung „Die Zeit“.

EZB-Vize warnt vor Gefahren für Euro-Wirtschaft

„Die handelspolitischen Spannungen könnten weiter zunehmen“, sagte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos zum Auftakt der „Euro Finance Week“ in Frankfurt. „Dieser konjunkturelle Gegenwind verstärkt die strukturellen Probleme der niedrigen Produktivität und des schwachen Potenzialwachstums im Euroraum.“

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Auf die Frage nach dem weiteren geldpolitischen Kurs der EZB, antwortete de Guindos: „Ich denke, die Richtung der Geldpolitik ist klar.“ Die EZB hat im laufenden Jahr bereits drei Mal die Leitzinsen gesenkt. Der am Finanzmarkt richtungsweisende Einlagenzins, den Banken für geparkte Gelder erhalten, liegt inzwischen bei 3,25 Prozent.

Volkswirte rechnen mit einer weiteren Zinssenkung bei der nächsten Sitzung des EZB-Rates am 12. Dezember und mit weiteren Schritten nach unten im nächsten Jahr.

rtr, dpa
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