Übernahme: KKR und Viessmann sind bei Encavis am Ziel
Düsseldorf. Der Finanzinvestor KKR sowie das Familienunternehmen Viessmann hatten im März ein Übernahmeangebot für den im SDax gelisteten Wind- und Solarparkbetreiber Encavis abgegeben. Nun können die beiden Bieter mitteilen, dass die „letzte noch ausstehende regulatorische Freigabe erteilt wurde und das Angebot innerhalb der nächsten acht Bankarbeitstage vollzogen wird“.
Sie hätten sich mehr als 87 Prozent der ausstehenden Encavis-Aktien zu einem Preis von 17,50 Euro gesichert. In der Mitteilung heißt es weiter, nach der Abwicklung des Angebots wolle man „das Delisting von Encavis so schnell wie rechtlich und praktisch möglich durchführen lassen, um von der finanziellen Flexibilität und dem langfristigen Engagement von KKR und Viessmann zu profitieren“.
Die neuen Anteilseigner und der bisherige Anteilseigner Abacon wollen, dass Encavis weiter wächst. Abacon gehört der Unternehmerfamilie Büll. Encavis-Vorstandssprecher und -Finanzvorstand Christoph Husmann sieht nun ein „ein neues Kapitel“ in der Unternehmensgeschichte mit den neuen Investoren, die von dem Potenzial des Unternehmens überzeugt seien. Abacon-Gründer Albert Büll habe beim Aufbau von Encavis bereits seit vielen Jahren wesentlich mitgewirkt, heißt es weiter.
Encavis soll volles Potenzial entfalten
Als KKR und Viessmann Mitte März ihr Angebot unterbreitet hatten, hatte auch Abacon einen Teil seiner Aktien angeboten. Abacon hatte etwa ein Viertel der Aktien gehalten, die Mehrheit war im Streubesitz. Damals hatte Abacon mitgeteilt, noch mit 13 Prozent der Aktien investiert bleiben zu wollen.
Im März hatte Tobias Krauss, CEO von Abacon, gesagt: „Der Kapitalmarkt tat sich schwer damit, den wahren Wert von Encavis zu erkennen.“ Mit Viessmann und KKR könne nun das „ganze Potenzial des Unternehmens“ entfaltet werden.
KKR, Viessmann und Abacon sind an der von KKR geführten und beratenen Bietergesellschaft Elbe BidCo AG beteiligt. Boris Scukanec Hopinski, der seit Jahresbeginn neuer Chief Operating Officer der Viessmann Generations Group ist, erläuterte im März die Zielwerte der drei Gesellschafter von Encavis. Demnach werden KKR gut 62 Prozent, Viessmann 25,1 Prozent und die Familie Büll knapp 13 Prozent halten.
Prognose gesenkt
Der Aktienkurs war vor der Übernahmeankündigung auf einem Abwärtstrend und notierte zeitweise bei elf Euro. Seit Mitte März pendelte die Aktie um den Kaufpreis von 17,50 Euro.
Erst vor wenigen Tagen hatte Encavis Zahlen bekannt gegeben und seine Jahresziele zurückgeschraubt: Statt 460 Millionen Euro werde das Unternehmen nur 425 Millionen Euro im laufenden Geschäftsjahr umsetzen. Der Gewinn dürfte statt 175 nur 135 bis 145 Millionen Euro betragen.
In den ersten neun Monaten waren die Netto-Umsatzerlöse um zehn Prozent auf knapp 322 Millionen Euro gesunken. Der bereinigte operative Gewinn (Ebit) sei um mehr als 30 Prozent auf weniger als 110 Millionen Euro eingebrochen. Abgesehen von der Stromproduktion lägen wichtige Kennziffern signifikant unter den Vorjahreswerten und unter dem Planniveau. Daher habe der Vorstand die Prognose für das Gesamtjahr gesenkt.