Energie: Die Ruhe vor dem Sturm bei den Gaspreisen

Viele Verbraucher erhalten in diesen Tagen Post von ihrem Versorger mit der erfreulichen Nachricht, dass sie im nächsten Jahr deutlich weniger für ihr Gas bezahlen müssen. Teilweise bis zu 500 Euro.
Das ist erst einmal eine gute Nachricht und dürfte viele gebeutelte Gaskundinnen und -kunden freuen. Schließlich war das Heizen mit dem fossilen Methan in den letzten Jahren ein teures Vergnügen. Doch wer jetzt glaubt, dass Gas dauerhaft billiger wird, sei gewarnt: Das ist die Ruhe vor dem Sturm.
Denn der Effekt, den viele Kunden derzeit spüren, ist trügerisch. Die Stadtwerke, die ihre Gaspreise senken, tun dies von einem extrem hohen Niveau aus. Im Vergleich zu den Preisen vor fünf Jahren haben sich die Gaspreise für Haushaltskunden inzwischen im Schnitt verdoppelt. Und es wird noch deutlich teurer.
Das liegt zum einen am gesetzlich steigenden CO2-Preis. Dieser liegt in Deutschland derzeit bei 45 Euro pro Tonne. Im nächsten Jahr wird er auf 55 Euro steigen. Für die Kilowattstunde Erdgas bedeutet das einen Anstieg um 0,2 Cent.
Hinzu kommt eine wichtige Neuregelung: Seit Kurzem haben die Betreiber die Möglichkeit, ihre Gasnetze deutlich früher als geplant abzuschreiben. So wollen die Stadtwerke Mannheim mit Blick auf die Klimaziele bereits 2035 aus dem Gasnetz aussteigen. Zehn Jahre früher als geplant.
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Das bedeutet, dass die gleichen Kosten über eine kürzere Nutzungsdauer verteilt werden. Die Netzentgelte steigen. Warum das so ist? Statt sinkender Preise müssen Gaskunden der Stadtwerke Mannheim ab Januar tiefer in die Tasche greifen, und zwar um 8,5 Prozent.
Heizen mit Gas wird also künftig deutlich teurer. Auch wenn sich mancher jetzt über sinkende Gaspreise freut. Der Umstieg auf Alternativen lohnt sich immer mehr.