Autobauer: Chiphersteller warnen vor der nächsten Lieferkrise
München/Stuttgart. Keine Chips weit und breit: Während der Pandemie standen weltweit die Bänder in der Autoindustrie still, weil Bauteile fehlten. Führende Halbleiterhersteller warnen nun vor neuen Engpässen. „Wir werden wieder eine Lieferkrise bekommen, weil einige Teile der Lieferkette taktisch einkaufen“, warnt Kurt Sievers, Chef des niederländischen Chipherstellers NXP.
Im Klartext: Statt lange im Voraus zu ordern, bestellen die Kunden möglichst kurzfristig. Denn das spart Geld. Momentan ist das kein Problem, die Kapazitäten der Halbleiterproduzenten sind längst nicht ausgelastet.
Das könne sich aber schnell ändern, fürchtet Sievers. Halbleiter seien keine Massenware, die stets verfügbar sei. Sievers: „Wir sprechen von einem Produkt, das 12 bis 20 Wochen Durchlaufzeit benötigt und auf den komplexesten Verfahren der Welt beruht.“
Sievers ist nicht der einzige Topmanager der Halbleiterindustrie, der neue Lieferengpässe vorhersagt. Infineon-Chef Jochen Hanebeck beklagt, dass „einige Beteiligte“ die Lehren aus der Pandemie schon wieder vergessen hätten. Der Münchener Dax-Konzern ist der weltweit führende Anbieter von Auto-Chips, NXP die Nummer zwei.