Freihandel mit Südamerika: EU und Mercosur-Staaten beschließen Freihandelszone
Buenos Aires, Brüssel, Paris. Es ist ein Deal für die Geschichtsbücher: Nach 25 Jahren Verhandlungen hat die EU am Freitag das Handelsabkommen mit den vier südamerikanischen Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay beschlossen.
Das Abkommen baut nahezu alle Handelsbarrieren zwischen den beiden Wirtschaftsblöcken ab. Mit einer Bevölkerung von 770 Millionen Menschen entsteht eine der größten Freihandelszonen der Welt. Europäische Unternehmen hoffen auf einen Exportschub.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) sprach auf dem Mercosur-Gipfel in Uruguays Hauptstadt Montevideo von einem „historischen Meilenstein“. Das Abkommen sei nicht nur eine ökonomische Chance, sondern eine politische Notwendigkeit. „In einer zunehmend konfrontativen Welt demonstrieren wir, dass Demokratien sich aufeinander verlassen können“, sagte sie.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), der sich stark für das Abkommen eingesetzt hatte, sagte, eine wichtige Hürde sei genommen worden. Die neue Freihandelszone bringe „mehr Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit“.
Die politische Einigung ist allerdings nur der erste Schritt. In Europa begann sogleich der Kampf um die Ratifizierung. Gar nichts sei entschieden, hieß es in Paris. Von der Leyen habe lediglich die Verhandlungen abgeschlossen. Die Entscheidung falle aber erst im Rat der Mitgliedstaaten.