Nahost: Nach Assads Ende könnte auch der Iran ins Wanken geraten
Berlin, Istanbul, Düsseldorf. Mit dem Umsturz in Syrien, dem Triumph der islamistischen Rebellenarmee HTS und dem Ende der Assad-Dynastie sortiert sich das Machtgefüge im gesamten Nahen Osten neu. Noch stärker als Russlands Präsident Wladimir Putin, der als enger Assad-Alliierter um seine Militärbasen in Syrien bangen muss, trifft der Diktatoren-Sturz von Damaskus die Mullahs im Iran. Syrien war Kernbestandteil der iranischen Strategie, ein regionales Netzwerk an Schattenarmeen aufzubauen.
Diese „Achse des Widerstands“, die Israel in einen Würgegriff nehmen und die arabische Welt einschüchtern sollte, ist nun erheblich geschwächt. Für den neuen Machthaber in Damaskus ist Iran ein erbitterter Feind. Irans Verbindung zum Mittelmeer und damit zur Hisbollah-Miliz im Libanon ist gekappt.
„Der Iran ist in großen Schwierigkeiten“, sagte Andreas Reinicke, Direktor des Deutschen Orient-Instituts und ehemaliger deutscher Botschafter in Syrien, dem Handelsblatt. „Die ganze Idee des Irans, einen schiitischen Bogen zu spannen vom Iran über den schiitischen Teil Iraks bis zum Südlibanon ist gescheitert.“
Mehrere Niederlagen für Irans Machthaber
Das Jahr 2024 war für Teheran geprägt von Demütigungen und Niederlagen. Israel tötete den Hamas-Anführer Ismail Hanija auf iranischem Boden, zerschlug die Führungsriege der Hisbollah und schaltete mit gezielten Luftschlägen die iranische Flugabwehrstellungen aus. Vergeltungsangriffe des Irans auf Israel richteten dagegen nur geringe Schäden an.