US-Wahl: Die Wiederauferstehung – Wie sich Washington auf Trump vorbereitet
Washington. Debbie geht auf die 80 zu und kann sich verbiegen wie eine Brezel. Zweimal die Woche liegen wir beim morgendlichen Pilates auf Gummimatten nebeneinander. Ich schiele dann ächzend zu ihr rüber und frage mich, wie sie das wohl macht, so gelenkig zu sein, obwohl sie meine Oma sein könnte. Debbies Geheimnis ist, dass sie seit 40 Jahren zum Pilates geht, bei Blizzard und Hitze. Sie mag Kontinuität, Berechenbarkeit. Die Betreiber des Studios wechselten, Debbies Disziplin blieb.
Aus der Fassung bringt sie wenig, doch am Tag nach der US-Präsidentschaftswahl entfuhr es ihr: „Who’s going to clean up that mess?“ Wer soll den Schlamassel jetzt aufräumen? Ich, als einzige Nicht-US-Bürgerin in der Sportklasse, entgegnete, dass ich da eigentlich auf die Amerikaner gezählt hatte. Schließlich waren sie es, die Donald Trump zum zweiten Mal ins Weiße Haus wählten.
Es sollte ein kleiner, sarkastischer Scherz sein, aber meine Mattennachbarin lächelte nur gequält und widmete sich dem einbeinigen Kreisen, einer besonders effizienten Bauchmuskelübung.