Essay: Entfesselt Trump eine messianische Revolution?
Wer immer noch daran glaubt, dass die zweite Amtszeit Donald Trumps einmal als Fußnote in die Geschichtsbücher eingehen wird, der möge einen Blick auf die Kabinettskollegen des Präsidenten werfen. Da ist Pete Hegseth, jener politische Rechtsaußen mit überdimensionierten Neonazi-Tattoos auf der Brust und Fox-News-Fernsehmoderator, der demnächst in die Führungsetage des Pentagons einzieht.
Da ist Robert Kennedy Jr., jener querdenkende Impfgegner und vehemente Leugner wissenschaftlicher Erkenntnisse, der sich um die Gesundheit der Amerikanerinnen und Amerikaner kümmern wird.
Und da war schließlich Matt Gaetz, jener homophobe Verschwörungstheoretiker, dem Donald Trump das Department of Justice anvertrauen wollte, der nun aber verzichtet, weil die Empörung dann doch zu groß war. Die ehemalige Staatsanwältin aus Florida Pam Bondi rückt an seine Stelle. Selbstverständlich ist sie erklärte Anhängerin der Verschwörungstheorie vom Wahlbetrug 2020. Fehlt noch, dass Trump den mittlerweile legendären Schamanen, der mit Hunderten von Gleichgesinnten am 6. Januar 2021 den Kapitol stürmte, zum Chef einer nationalen Ethikkommission macht.