US-Politik: Trump will Robert F. Kennedy zum Gesundheitsminister machen
New York/Washington. Noch vor einigen Monaten konnten Follower der damals 29-jährigen Trump-Anhängerin Alex Clark auf Instagram dabei zusehen, wie sie sich die Lippen aufspritzen ließ. Dazu rief die brünette, stark geschminkte Influencerin in die Kamera: „Ich habe einen super Doktor, und er ist auch noch konservativ!“
Inzwischen hat sie Botox-Injektionen und Fillern abgeschworen. In ihrer neuesten Podcastreihe „Culture Apothecary“ spricht Clark über „toxin-freies Leben“, die Vorzüge von unpasteurisierter Milch und unverarbeiteten Lebensmitteln.
Clark warnt vor Zusatz- und Konservierungsstoffen, hormoneller Verhütung, Medikamenten, Ultraschall- und Röntgenstrahlung sowie Pflichtimpfungen. „Ich will eine kranke Kultur heilen – körperlich, emotional und spirituell“, verspricht sie. Mit Erfolg: In den USA erreicht Clark auf Instagram, Apple, Spotify und Youtube Millionen, vor allem Frauen. In der Wahlnacht, als sich Trumps Sieg abzeichnete, schrieb sie den Pharmakonzern Pfizer in den sozialen Medien an und fragte: „Na, zittert ihr schon?“
Öko-Aktivismus und Eliten-Skepsis
Die junge Influencerin trifft mit ihren Forderungen den gesellschaftlichen und politischen Zeitgeist aus Öko-Aktivismus und Eliten-Skepsis. Am Donnerstag teilte Trump mit, dass der libertäre Umweltanwalt und Impfkritiker Robert F. Kennedy Junior Gesundheitsminister der nächsten US-Regierung werden solle.
Er werde Kennedy „freien Lauf“ lassen, was die Themen Gesundheit, Lebensmittel und Medizin angeht, sagte Trump. Das könnte Pharmakonzerne in den USA, aber auch Forscher und Investoren hart treffen. Analysten werten Kennedy als größten Unsicherheitsfaktor.