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AfghanistanTaliban bekräftigen Arbeitsverbot für Frauen bei NGOs

Seit die Taliban an der Macht sind, dürfen Frauen in Afghanistan kaum noch arbeiten. Ein Verbot für einen bestimmten Bereich haben die Herrscher nun bekräftigt. 30.12.2024 - 12:01 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Anfang Dezember hatten die Taliban laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) Frauen auch die Ausbildung im medizinischen Bereich verboten. Foto: Privat/dpa

Kabuk. Die regierenden Taliban haben den in Afghanistan tätigen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) mit dem Entzug der Lizenz gedroht, falls sie Frauen beschäftigen. Das afghanische Wirtschaftsministerium bekräftigte damit ein bereits im Dezember 2022 verhängtes Verbot.

Seit ihrer Rückkehr an die Macht im August 2021 haben die Islamisten die Rechte von Frauen in Afghanistan systematisch eingeschränkt. So dürfen Mädchen und Frauen nicht über die Primarschule hinaus Bildungseinrichtungen besuchen. Die international nicht anerkannte Regierung hatte zunächst gesagt, dies sei eine „vorübergehende Aussetzung“ bis ein sicheres Umfeld für den Schulbesuch der Mädchen geschaffen sei. Doch seither hat sich nichts getan.

Die Taliban behaupten, ihre Maßnahmen seien nötig, um das Gesetz des Landes, die gesellschaftlichen Normen und die öffentliche Sicherheit aufrechtzuerhalten. Sie bestreiten zugleich, dass Frauenarbeit komplett verboten wäre. Ihn zufolge sind bisher fast 9.000 Arbeitsgenehmigungen erteilt worden.

Anfang Dezember hatten die Taliban laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) Frauen auch die Ausbildung im medizinischen Bereich verboten. Nach Auskunft von Instituten wurden auch Ausbildungen zur Krankenschwester oder Hebamme „bis auf weiteres“ eingestellt.

Neubauten dürfen offenbar keine Fenster haben

Die Taliban schränkt nicht nur die Arbeit von Frauen ein. Auch sollen Neubauten künftig keine Fenster haben, die Blicke auf Orte zulassen, die gewöhnlich von Frauen benutzt würden. Darüber berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Zu den „Frauenorten“ zählten demnach „Hof, die Küche, den Nachbarsbrunnen und andere Orte, die gewöhnlich von Frauen benutzt werden“. Die Vorschrift sei dem Bericht zufolge von Taliban Anführer Hibatulla Achunsada per Dekret erlassen worden.

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Bestehende Fenster sollten die Besitzer dem Bericht zufolge ermutigt werden, eine Mauer zu bauen oder die Aussicht zu blockieren.

Die Taliban haben nach ihrer erneuten Machtübernahme 2021 Frauen bereits von vielen Arbeitsplätzen und den meisten öffentlichen Räumen ausgeschlossen. Mädchen dürfen nur bis zur sechsten Klasse in die Schule gehen.

dpa
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