China: Verliert die Immobilienkrise ihren Schrecken?
Shanghai. Die Wohnungen des chinesischen Projektentwicklers Greenland sind fast fertig, sie tragen den klangvollen Namen „Hongqiao Prime“. Draußen vor der neuen Siedlung im Westen Shanghais teeren Bauarbeiter den ramponierten Straßenbelag, der durch den monatelangen Pendelverkehr tonnenschwerer Lastwagen Löcher bekommen hat.
Hier wird gebaut, und fast scheint es, als gäbe es in China kein Problem mit dem Immobiliensektor. Doch das Gegenteil ist der Fall: Die Krise am Wohnungs- und Häusermarkt hat das Land fest im Griff – die Preise fallen weiter. Solange die Preise fallen, werden sich potenzielle Käufer mit ihrer Kaufentscheidung weiterhin zurückhalten.
Niemand weiß, ob die Wohnungen in Shanghais Westen angesichts der Überkapazitäten noch gebraucht werden. Die Pläne für die Projekte sind oft Jahre alt, manche amortisieren sich nie. Greenland war vor zwei Jahren einer der ersten staatlich unterstützten Bauträger, der die Zahlungen seiner Dollar-Anleihen verlängern musste, weil nicht mehr ausreichend Geld zur Verfügung stand.
Milliardenschulden, Insolvenzen, fallende Aktienkurse
Der neue Hauspreisindex, den die Statistiker herausgeben, zeigt immerhin eine leichte Verbesserung: Der Rückgang der Immobilienpreise hat sich im Dezember zum vierten Mal in Folge verlangsamt. Die Preise für neue Eigenheime in 70 Städten fielen um 0,08 Prozent gegenüber November, veröffentlichte das Nationale Statistikamt am Freitag. Die Preise für gebrauchte Immobilien sanken um 0,31 Prozent, im November waren es 0,35 Prozent.