Elektroautos: Weltgrößter Batteriehersteller CATL plant Mega-Börsengang
Peking. Der chinesische Batteriehersteller Contemporary Amperex Technology (CATL) steht vor einem Mega-Börsengang. Der weltweit größte Hersteller von E-Auto-Batterien hat am Mittwoch den entsprechenden Antrag bei der Hongkonger Börse HKEX eingereicht und damit die seit Längerem anhaltenden Gerüchte um eine Zweitnotierung bestätigt.
Das Unternehmen aus der südchinesischen Stadt Ningde ist bereits an der Börse in Shenzhen notiert. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, könnte CATL mit dem Listing in Hongkong nun mehr als fünf Milliarden US-Dollar einnehmen. Damit will der Batteriekonzern vor allem Investitionen in das im Bau befindliche Werk in Ungarn finanzieren, wie aus dem Börsenprospekt hervorgeht.
Für die in Debrecen geplante 100-Gigawatt-Fabrik benötigt das Unternehmen insgesamt rund 7,5 Milliarden Euro. Laut Prospekt hat CATL für das Werk bereits 700 Millionen Euro ausgegeben. Der Rest soll mithilfe der Erlöse des Zweitlistings gestemmt werden.
In Ungarn entsteht ein großes Automobilcluster. Das BMW-Werk, ebenfalls in Debrecen, in dem die „Neue Klasse“ produziert werden soll, hat den Testbetrieb bereits aufgenommen. Der chinesische E-Auto-Bauer BYD baut im südungarischen Szeged eine Fabrik.
In China hat CATL einen Marktanteil von fast 50 Prozent. Einer der wichtigsten Kunden ist Tesla. Doch CATL beliefert auch deutsche Autohersteller wie BMW, Mercedes und Volkswagen. Anfang 2023 hatte das Unternehmen sein erstes Werk in Europa im thüringischen Arnstadt in Betrieb genommen.
Weltgrößter Batteriehersteller CATL plant Mega-Börsengang in China
Nun will CATL offenbar den jüngsten Aufwärtstrend an der Börse in der chinesischen Sonderverwaltungszone nutzen. Der Börsengang könnte der größte IPO in Hongkong seit der Kurzvideoplattform Kuaishou Anfang 2021 werden.
CATL leidet unter Umsatzrückgang
CATL leidet unter den Folgen des Preiskampfs auf dem chinesischen E-Auto-Markt und dem Preisverfall für Batteriematerialien wie Lithiumkarbonat. Obwohl das Unternehmen den Absatz weiter steigert, ging der Umsatz im vergangenen Jahr erstmals zurück. Ende Januar hatte es in einer Börsennotiz gewarnt, dass die Erlöse 2024 um bis zu 11,2 Prozent unter denen des Vorjahres liegen könnten. Zudem sei der Gewinn so langsam gewachsen wie seit 2019 nicht mehr. Der Nettogewinn ist demnach zwischen 11,1 und 20,1 Prozent gestiegen. Die offiziellen Zahlen werden am 15. März veröffentlicht.
Das US-Verteidigungsministerium hat CATL im Januar auf die Liste der Unternehmen gesetzt, die in Verbindung zum chinesischen Militär stehen. Die Liste des Pentagons gilt als Aufforderung an US-Unternehmen, Geschäfte mit den entsprechenden chinesischen Konzernen zu unterlassen. CATL nannte die Aufnahme in das Register falsch und bestritt Verbindungen zur Volksbefreiungsarmee.
In Hongkong hofft man darauf, dass der Börsengang Signalwirkung hat und weitere Börsenaspiranten vom chinesischen Festland anzieht. Die Wachstumsschwäche der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, aber auch die wachsende Kontrolle durch Peking hat Investoren und Unternehmen zuletzt vorsichtig gemacht. Die Erlöse aus Börsengängen in Hongkong beliefen sich im vergangenen Jahr auf etwa zehn Milliarden US-Dollar. Nach Bloomberg-Berechnungen liegt das weit unter dem Jahresdurchschnitt von etwa 30 Milliarden US-Dollar in den zehn Jahren vor der Pandemie.
Erstpublikation: 12.02.2025, 07:13 Uhr.