Ukraine-Krieg: „Die Ukraine ist nicht einfach ein Rohstoffland“
Wien. Die Ukrainer haben in ihrer Geschichte viele Erfahrungen mit Imperialisten gemacht. Russen, Polen, Österreicher und Deutsche teilten ihr Territorium unter sich auf, führten darauf brutale Kriege, oft genug um die dort vorhandenen Rohstoffe.
Deren Kontrolle ist auch eines der Ziele der gegenwärtigen Invasion durch Wladimir Putins Russland. Dass nun aber ausgerechnet der Präsident des wichtigsten ukrainischen Verbündeten wie ein Kolonialherr auftritt, hat Kiew kalt erwischt.
Die Prioritäten von US-Präsident Donald Trump liegen eindeutig nicht bei der Unterstützung der Ukrainer im Kampf gegen Moskau. Stattdessen schickte er seinen Finanzminister am vergangenen Mittwoch mit einem Knebelvertrag nach Kiew. Diesen präsentierte Scott Bessent zwar als Tauschgeschäft: Rohstoffe gegen Sicherheitsgarantien.
Doch in Wahrheit geht es um die Rückzahlung der bisherigen amerikanischen Hilfen. Wolodimir Selenskyj sollte sofort unterschreiben. Er weigerte sich.
Am Freitag nötigten die Amerikaner den ukrainischen Präsidenten erneut, dieses Mal in München: Quellen auf beiden Seiten schilderten dem Portal „Ukrainska Prawda“, wie die US-Delegation drohte, ohne Unterschrift gebe es kein Treffen mit dem amerikanischen Vizepräsidenten J. D. Vance. Als der Ukrainer erneut hart blieb und Änderungen vorschlug, knickten die USA plötzlich ein. Das Treffen sei danach erstaunlich konstruktiv und freundschaftlich verlaufen.