Cyberabwehr: CDU fordert Cybergegenschläge bei russischen Hackerattacken
Berlin. In der deutschen Politik ist eine Debatte darüber entbrannt, wie die Bundesrepublik besser gegen Cyberangriffe geschützt werden kann. Angesichts der digitalen Kriegsführung Russlands rückt dabei eine offensiv ausgerichtete Cybersicherheitsstrategie in den Fokus.
Im Fall von Cyberangriffen aus dem Ausland hält der Vizevorsitzende des Geheimdienste-Kontrollgremiums im Bundestag, Roderich Kiesewetter (CDU), digitale Gegenschläge von deutschen Sicherheitsbehörden – sogenannte Hackbacks – für unerlässlich.
„Wir brauchen bei eindeutiger Attribuierung diese Fähigkeiten und operativen Möglichkeiten, allein aus Gründen der Abschreckung und Optionenvielfalt für verantwortungsbewusste Sicherheitspolitik“, sagte Kiesewetter dem Handelsblatt.
Die Attribuierung ist bei Cybergegenschlägen zentral. Dabei wird während eines laufenden Angriffs etwa auf Stromnetze oder andere Teile wichtiger Infrastruktur der Angreifer zunächst identifiziert (attribuiert). Cyberkräfte blocken dann die Attacke ab oder zerstören die Server, über die der Angriff läuft, zum Beispiel durch Schadsoftware.
Auch der CDU-Sicherheitsexperte Marc Henrichmann plädiert für dieses Vorgehen bei „eindeutig identifizierbaren Angreifern“. „Hackbacks würden nicht nur die Abschreckung im digitalen Raum erhöhen, sondern auch unseren Sicherheitsbehörden wichtige Handlungsspielräume eröffnen“, sagte er.