1. Startseite
  2. Meinung
  3. Kommentare
  4. Kommentar: Von der Leyens Auto-Aktionsplan reicht bloß fürs Mittelmaß

KommentarVon der Leyens Auto-Aktionsplan reicht bloß fürs Mittelmaß

Milliarden für Batterien, Regeln fürs autonome Fahren, mehr Kaufanreize – der EU-Plan bleibt vage. Brüssel sendet zudem widersprüchliche Signale zur E-Wende.Lazar Backovic 05.03.2025 - 16:23 Uhr
Artikel anhören
Der Auto-Aktionsplan von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen bleibt an vielen Stellen unkonkret. Foto: dpa

Neunzehn Seiten umfasst der lang erwartete Auto-Aktionsplan der EU-Kommission. Angesichts der Bedeutung und Größe der Branche ist das überraschend wenig.

Eines vorweg: Das Papier enthält einige sinnvolle Maßnahmen, um die Elektromobilität wieder voranzubringen.

  • Europas Batterieindustrie soll einen Milliarden-„Booster“ erhalten, die Ladeinfrastruktur ausgebaut werden.
  • Für autonomes Fahren sind erstmals einheitliche Regeln geplant, drei Testumgebungen sollen die Entwicklung beschleunigen.
  • Käufer von E-Autos können auf neue Kaufprämien und Förderungen hoffen – darunter Sozial-Leasing-Modelle und mehr elektrische Dienstwagen.

Das klingt vielversprechend, doch viele Maßnahmen sind bislang nicht mehr als Ankündigungen. Unklar ist auch, wie viel Geld die EU und ihre Mitgliedstaaten letztlich bereitstellen werden, um die E-Wende in Europa tatsächlich zu meistern. Im Verbrennerzeitalter startete die europäische Autoindustrie noch verlässlich von der Pole-Position – heute droht sie ins Hintertreffen zu geraten.

Der EU-Plan wirkt daher eher wie solides Mittelmaß statt wie ein großer Wurf. In vielen Punkten geht es lediglich darum, den Rückstand auf Konkurrenten wie Tesla oder chinesische Hersteller aufzuholen. Dass Europa sie tatsächlich einholen könnte – daran scheint man auch in Brüssel nicht so recht zu glauben.

Zum Vergleich: China hat allein zwischen 2009 und 2023 rund 230 Milliarden US-Dollar in seine E-Auto-Industrie investiert. Dagegen wirken die drei Milliarden Euro, die die EU beispielsweise für ihren Batterie-„Booster“ einplant, fast bescheiden – mit dieser Summe ließe sich kaum mehr als eine größere Akkufabrik finanzieren. Ganz zu schweigen von der anhaltenden Abhängigkeit Europas von China bei den Batterierohstoffen.

Widersprüchliche Signale zur E-Wende

Brüssel sendet zudem widersprüchliche Signale zur E-Wende. Einerseits soll sie beschleunigt werden, andererseits erhalten Autohersteller mehr Zeit für strengere CO2-Ziele, die längst hätten gelten sollen.

Verwandte Themen
Tesla
Europäische Union

Ja, die E-Auto-Nachfrage ist zuletzt gesunken – das belastet die Hersteller. Doch VW, Stellantis und Co. hatten Zeit, wettbewerbsfähige Elektroautos zu entwickeln. Das sogenannte Banking-and-Borrowing-Prinzip, das ihnen nun mehr Spielraum gibt, mag kurzfristig Erleichterung schaffen. Langfristig aber könnte es den europäischen Automobilsektor im globalen Wettbewerb schwächen statt stärken.

Es bleibt abzuwarten, wann die Industrie in Brüssel so laut trommelt, dass auch das Verbrenner-Aus ins Wanken gerät. Eine Überprüfung der Gesetzgebung hat Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas bereits angekündigt.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt