Konjunktur: Erzeugerpreise im Euroraum im Januar gestiegen
Die Erzeugerpreise im Euro-Raum sind im Januar im Zuge höherer Energiekosten gestiegen. In der Industrie kletterten sie um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Zuwachs von 0,5 Prozent gerechnet, nach einem Anstieg um aufwärts revidiert 0,5 Prozent im Dezember.
Der Anstieg im Januar war insbesondere auf höhere Energiepreise zurückzuführen. Sie legten um 1,7 Prozent zum Vormonat zu. Die Preise für Investitionsgüter wie Maschinen und Anlagen stiegen spürbar um 0,7 Prozent, nachdem sie in den Vormonaten weitgehend nur stagniert hatten. Bei Vorleistungsgütern gab es ein Plus von 0,3 Prozent, nach einer Stagnation im Dezember.
Die Preise gelten ab Werk, also bevor die Produkte weiterverarbeitet werden oder in den Handel kommen. Sie dienen somit als früher Signalgeber für die Entwicklung der Verbraucherpreise. Diese sanken in der Euro-Zone zuletzt: Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Februar nur um 2,4 Prozent zum Vorjahresmonat, nach 2,5 Prozent im Januar.
Die Europäische Zentralbank (EZB) verfehlt damit die angepeilte Marke von zwei Prozent. Die Währungshüter sind jedoch zuversichtlich, ihr Inflationsziel im Laufe des Jahres zu erreichen. Die EZB hat ihre Zinssenkungsserie jüngst fortgesetzt. Volkswirte gehen für die März-Zinssitzung am Donnerstag fest davon aus, dass die EZB den sechsten Lockerungsschritt seit Juni 2024 beschließen wird. Erwartet wird, dass sie den Einlagensatz, den Banken erhalten, wenn sie bei der Notenbank überschüssige Gelder parken, um 0,25 Prozentpunkte auf 2,50 Prozent nach unten setzen wird.