Handelspolitik: Trump will doch an Autozöllen festhalten
Washington. Die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump verunsichert weiterhin Investoren und Handelspartner. Am Montag wurde der US-Präsident einmal mehr konkreter und gab damit einen Ausblick auf den 2. April. Am kommenden Mittwoch werde er sich auf Gegenzölle konzentrieren, also auf Länder, die US-Produkte mit Zöllen und Handelshemmnissen belegen. Er plane aber „ziemlich bald, in den nächsten Tagen“ auch weitere Importzölle auf Autos.
Zweimal deutete der Präsident an, dass Handelspartner möglicherweise Ausnahmen oder Ermäßigungen erhalten könnten. „Ich werde vielleicht vielen Ländern Erleichterungen gewähren“, sagte Trump. „Sie haben uns so viel abverlangt, dass es mir peinlich ist, ihnen das gleiche abzuverlangen, was sie uns abverlangt haben, aber es wird beträchtlich sein, und Sie werden am 2. April davon hören.“
Trump plant demnach auch, sektorspezifische Zölle auf Holz und Halbleiter zu erheben, ohne dies näher zu erläutern. Am Montag wiederholte er außerdem seine Drohung, in „sehr naher Zukunft“ Zölle auf pharmazeutische Produkte zu erheben.
Darüber hinaus kündigte Trump in den sozialen Medien an, dass er ab dem 2. April einen Zoll von 25 Prozent für Länder einführen will, die venezolanisches Öl kaufen.
Dollar gibt nach, Peso steigt
Der Bloomberg-Dollar-Index gab nach Trumps Erklärung zu weiteren möglichen Zöllen seine Gewinne am Montagnachmittag kurzzeitig wieder ab. Der mexikanische Peso stieg auf einen Höchststand, nachdem der US-Präsident eine Reihe von Ländern von den Zöllen befreit hatte.
Trump hatte seine für den 2. April geplante Ankündigung als „Tag der Befreiung“ bezeichnet. Er will damit den Beginn einer protektionistischeren Politik einläuten. Einige Handelspartner wie die Europäische Union beschuldigt er, die USA „abzuzocken“.
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Während seine Pläne eine erhebliche Ausweitung der Zölle bedeuten, sagten Personen, die mit internen Diskussionen vertraut sind, dass ein gezielteres Zollpaket nächste Woche auf den Weg gebracht werden soll.
Länder, die von den US-Zöllen besonders betroffen sind, hatten zuletzt Treffen mit Beamten der Trump-Administration anberaumt. Dabei wollen sie Möglichkeiten zum Vermeiden von gegenseitigen Zöllen verhandeln.
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Der Handelschef der Europäischen Union, Maros Sefcovic, trifft sich am Dienstag mit Handelsminister Howard Lutnick und dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer. Die indische Regierung will ebenfalls Ausnahmen zu beantragen. Am Dienstag wird eine amerikanische Delegation zu laufenden Gesprächen über den bilateralen Handel erwartet.
Mit Material der Nachrichtenagentur Bloomberg.