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BaukonzernHochtief erhält von der Bahn Millionenauftrag in München

Der Baukonzern bekommt weitere Aufgaben in einem Projekt, das mehr kosten dürfte als der Berliner Flughafen. Politiker diskutieren, ob Geld aus dem neuen Sondervermögen hineinfließen darf.Catiana Krapp 03.04.2025 - 09:00 Uhr Artikel anhören
Hochtief: Das Unternehmen will auf dem deutschen Infrastrukturmarkt weiter wachsen. Foto: dpa

Düsseldorf. Das Bauunternehmen Hochtief erhält einen Großauftrag von der Deutschen Bahn. Dabei geht es um einen hohen dreistelligen Millionenbetrag, wie das Unternehmen mitteilte.

Der Auftrag umfasst ein Teilprojekt der sogenannten zweiten Stammstrecke der S-Bahn in München – ein Milliardenprojekt. Hochtief soll mit dem Schweizer Bauunternehmen Implenia bis Mai 2033 zwischen dem Ostbahnhof und dem Marienplatz in der Münchener Innenstadt unter anderem zwei Verkehrstunnel und den Tiefbahnhof München-Ost bauen.

Die Haltestelle nahe dem Marienplatz bauen beide Unternehmen bereits seit 2018, jetzt kommen weitere Projektabschnitte hinzu. Die unterirdische Bahnstrecke soll die bisherige Verbindung entlasten und könnte nun auch mit Geldern aus dem jüngst beschlossenen Sondervermögen des Bundes finanziert werden.

Hochtief will auf dem deutschen Infrastrukturmarkt wieder wachsen

Das Sondervermögen, das Union, SPD und Grüne gemeinsam im Bundestag beschlossen haben, sieht 500 Milliarden Euro vor, um die Infrastruktur in Deutschland zukunftsfähig zu machen. Einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge streiten die grün-rote Münchener Stadtregierung und die CSU darüber, ob Geld daraus in das Münchener Bahnprojekt fließen darf.

Hochtief-Chef Juan Santamaría sagt: „Das beschlossene 500-Milliarden-Euro-Investitionspaket für die Infrastruktur in Deutschland dürfte in Zukunft eine enorme Chance bieten, die Modernisierung von Straßen, Brücken, Tunneln und der sozialen Infrastruktur im Land zu beschleunigen.“

Für Hochtief sind der neue Bahn-Auftrag und das Sondervermögen positive Signale aus Deutschland. Das Unternehmen, das seinen Sitz in Essen hat, gehört mittlerweile zu mehr als 75 Prozent dem spanischen Konzern Grupo ACS. Deutsche und europäische Aktivitäten hat es weitgehend verkauft und erwirtschaftet 97 Prozent seines Umsatzes im Ausland.

Das könnte sich künftig wieder ein Stück weit ändern. Santamaría sagt: „Wir wollen auf dem deutschen Infrastrukturmarkt in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern weiter wachsen.“

Streit um Sondervermögen für Münchens Problemprojekt

Ob aber das Sondervermögen dem Bauprojekt in München zugutekommen sollte, ist politisch umstritten. Denn Kosten und Bauzeit sind in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen.

Ursprünglich war geplant, die neue Bahn 2028 in Betrieb zu nehmen. Jetzt ist von 2037 die Rede. Die veranschlagten Kosten sind zwischenzeitlich von 3,85 Milliarden Euro auf mehr als acht Milliarden Euro gestiegen. Damit würde das Projekt mehr kosten als der Berliner Flughafen BER, der immer wieder mit Fehlplanungen, Verzögerungen und Baumängeln in die Schlagzeilen geraten war.

In München gab es sogar einen Untersuchungsausschuss, um zu klären, weshalb sich Kosten und Zeitraum der neuen Bahnstrecke so sehr vergrößert haben. Doch der Ausschuss wurde sich über die Schuldigen nicht einig.

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Nun stellt sich die Frage, ob der Staat mit dem neuen Sondervermögen in München einspringt – und ob dann noch Geld für weitere Zukunftsprojekte in der Stadt aus dem Bundestopf übrig ist. Für Hochtief dürfte es in jedem Fall ein gewinnbringendes Projekt werden.

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