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BörsenbetreiberEuropäische Handelsplätze wollen den USA Börsengänge abjagen

Europas Börsen starten eine Charmeoffensive: Deutsche Börse und Euronext wollen IPO-Kandidaten aus den USA zurückgewinnen und werben mit geringeren Kosten und weniger Klagerisiken. 14.05.2025 - 01:17 Uhr Artikel anhören
Die Plastiken von Bulle und Bär, die beiden Symbole für Optimismus und Pessimismus an der Börse,vor der Deutschen Börse in Frankfurt am Main. Foto: dpa

Frankfurt. Europas große Börsenbetreiber suchen nach Wegen aus der Flaute und buhlen im Wettbewerb mit den USA um Börsengänge. So hob die Deutsche Börse in den vergangenen Wochen die Vorteile einer heimischen Notierung hervor. Das geht aus einem Dokument hervor, das an deutsche Unternehmen und IPO-Berater verteilt wurde, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Darin warnt sie Firmen, die in den USA an die Börse gehen wollen, vor einer schwachen Kursentwicklung, höheren Kosten und Klagerisiken. EU-Unternehmen mit US-Notierung zeigten am ersten Handelstag und darüber hinaus eine tendenziell schwächere Performance als die Gesamtheit der Börsenneulinge.

Auch Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing sprach das Thema am Dienstag in Berlin an: „Wir sollten uns von der Dominanz der US-Märkte nicht abschrecken lassen. „Kapital ist mobil, Investoren sind stets auf der Suche nach den attraktivsten Renditen und den sichersten Orten, und genau das sind die US-Märkte eben nicht immer.“

Von den 130 europäischen Unternehmen, die in den vergangenen zehn Jahren ihren primären Börsenplatz in die USA verlegt haben, seien fast drei Viertel schlechter gelaufen als der europäische Markt, so der Manager mit Blick auf eine aktuelle Studie des Thinktanks New Financial.

Das zeige deutlich, „dass wir sehr viel selbstbewusster auftreten können, dass wir unsere Vorzüge besser sichtbar machen müssen – und das nicht nur global, sondern endlich auch vor der eigenen Haustür“, sagt Sewig.

Der paneuropäische Börsenkonzern Euronext plant die Neuauflage einer ähnlichen Studie. Diese soll ebenfalls die Behauptung widerlegen, dass in den USA notierte Firmen höhere Bewertungen erzielen als ihre europäischen Pendants, erklärte ein Euronext-Sprecher gegenüber Reuters. Das Unternehmen betreibt Börsen in Amsterdam, Brüssel, Dublin, Lissabon, Mailand, Oslo und Paris.

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Börsen verdienen ihr Geld mit Notierungsgebühren von Unternehmen und Handelsgebühren von Brokern. Um ihre Attraktivität zusätzlich zu steigern, bewirbt die Deutsche Börse die auf ihren Handelsplätzen notierten Unternehmen auf bezahlten Werbetafeln in fünf deutschen Städten. Laut einem Konzernsprecher soll die Werbekampagne in das Gesamtpaket von Börsengängen aufgenommen werden.

rtr
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