Jobdaten: Arbeitsmarkt schwächelt auch im Mai
Nürnberg. Die Flaute auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland hat sich auch im Mai fortgesetzt. Die Zahl der Arbeitslosen sei weniger gesunken als für diesen Monat üblich, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in Nürnberg mit. Demnach registrierte die Behörde 2,919 Millionen Arbeitslose. Das seien 12.000 weniger als im April, aber 197.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 6,2 Prozent.
„Die nun ausgelaufene Frühjahrsbelebung war insgesamt schwach“, erklärte BA-Chefin Andrea Nahles. Der Arbeitsmarkt bekomme nicht den Rückenwind, den er für eine Trendwende brauche: „Daher rechnen wir für den Sommer auch mit weiter tendenziell steigenden Arbeitslosenzahlen.“
Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen stieg die Arbeitslosenzahl laut BA im Monatsvergleich um 34.000.
Fachkräftemangel wohl abgeschwächt – weiter auf hohem Niveau
Der Fachkräftemangel schwächte sich als Folge der wirtschaftlichen Flaute allerdings leicht ab. Er bleibt nach Angaben BA allerdings auf hohem Niveau. Die Zahl der Berufe mit einem Fachkräfteengpass sei 2024 leicht gesunken, teilte die BA am Mittwoch mit. In 163 der rund 1200 bewerteten Berufe hätten sich Engpässe bei der Besetzung offener Stellen gezeigt. Das seien 20 Berufe weniger als im Jahr zuvor, aber nahezu so viele wie im Jahr 2018. Damit seien die Fachkräfte in rund jedem achten Beruf knapp.
„Der Rückgang bei den Engpassberufen überrascht aufgrund der anhaltend schwachen Wirtschaftslage nicht“, erklärte BA-Chefin Nahles. Aber trotz der gestiegenen Arbeitslosigkeit würden Fachkräfte vielfach gesucht. Unternehmen könnten freie Stellen nicht nachbesetzen, weil Fachkräfte fehlten. Der Fachkräftemangel bleibe eine zentrale Herausforderung. „Wir müssen alle Register ziehen - von gezielter Weiterbildung über bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf bis zur gesteuerten Zuwanderung -, um dem entgegenzuwirken“, sagte Nahles.
Zu den Berufen mit den stärksten Engpässen zählten laut BA 2024 weiterhin vor allem Pflege- und Gesundheitsberufe. Engpässe bestanden demnach auch in Bau- und Handwerksberufen. Aber auch Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrer sowie Erzieherinnen und Erzieher würden händeringend gesucht.
April und Mai schwache Monate
April und Mai sind im Jahresverlauf die Monate mit dem gewöhnlich stärksten saisonalen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Das liegt daran, dass etwa auf dem Bau nach dem Winter wieder mehr Personal gebraucht wird, ebenso wie in der Gastronomie.
Der Sommer wird damit zur Bewährungsprobe für den deutschen Arbeitsmarkt, weil in dieser Zeit normalerweise mehr Jobs entstehen. Bleibt auch dieser Impuls aus, droht eine längerfristige Schwächephase.
Der deutsche Arbeitsmarkt schwächelt wegen der anhaltend schlechten Konjunktur allerdings seit längerer Zeit. Seit mehr als zwei Jahren geht es kontinuierlich bergab.
Zuletzt hatten die Arbeitsagenturen für das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) allerdings eine leichte Besserung prognostiziert.