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Digitaler AlterscheckEU startet Alterscheck-App – und erhöht damit den Druck auf Big Tech

Mindestalter oder Verbot sozialer Netzwerke – immer wieder wird der Jugendschutz diskutiert. Eine neue App soll ab Juli dazu beitragen – und große Unternehmen stärker selbst verpflichten.Anna Kipnis 30.05.2025 - 12:43 Uhr Artikel anhören
Die EU geht verstärkt gegen Plattformen vor, die gegen den Jugendschutz verstoßen. Foto: Elisa Schu/dpa

Düsseldorf. Die Europäische Union bringt im Sommer 2025 eine App zur digitalen Alterskontrolle raus. Das geht aus einer Mitteilung der Europäischen Kommission auf ihrer Webseite hervor. Demnach soll die EU-weite App dazu beitragen, dass Onlineplattformen Minderjährige stärker schützen. Außerdem soll sie Nutzern Zugangskontrollen ermöglichen, ohne ihre Identität preiszugeben.

Auch die britische Zeitung „Financial Times“ (FT) berichtete darüber. Dem „FT“-Bericht zufolge soll die App zur digitalen Altersverifikation ab Juli starten. Sie könne es der EU ermöglichen, strengere Maßnahmen gegen Plattformen zu ergreifen, die ihrer Ansicht nach nicht genug unternehmen, um Risiken selbst zu bewerten und zu bewältigen.

Henna Virkkunen, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für Technologie, sagte laut dem Bericht: „Der Schutz von Minderjährigen hat für uns eine sehr hohe Priorität, und wir werden hier stärkere Maßnahmen ergreifen.“ Allerdings forderte die Politikerin die Technologieunternehmen dazu auf, freiwillig wirksame Maßnahmen zum Schutz von Kindern zu ergreifen – ohne erst auf das Eingreifen von Regierungen zu warten.

Die kommende App ist ein Vorläufer der sogenannten „digitalen Identitätsbörse“. Diese soll im Jahr 2026 erscheinen und als eine Art digitale Brieftasche fungieren, in der etwa der Personalausweis oder Führerschein gespeichert werden kann.

Außerdem sollen Nutzer so ihre Identitäten für Onlinetransaktionen online bestätigen und rechtskräftige elektronische Unterschriften leisten können. Die Verbraucherzentrale etwa meldete Datenschutzbedenken bei der sogenannten Wallet an.

EU-Kommission verstärkt Jugendschutz

Außerdem geht die EU nun verstärkt gegen Plattformen vor, die gegen den Jugendschutz verstoßen. So wurden gegen einige Plattformen mit pornografischen Inhalten – Pornhub, Stripchat, XNXX und XVideos – förmliche Verfahren eingeleitet, wie die Brüsseler Behörde Anfang dieser Woche mitteilte. Die Anbieter sollen Minderjährige unzureichend vor schädlichen Inhalten geschützt und keine wirksamen Alterskontrollen eingesetzt haben.

Die Kommission will nun weitere Beweise sammeln, etwa durch Befragungen. Mit der Einleitung des Verfahrens werde zunächst nur ein Verdacht geprüft, das Ergebnis steht noch nicht fest. Eine koordinierte Aktion des Europäischen Gremiums für digitale Dienste soll sicherstellen, dass auch diese Anbieter den Digital Services Act (DSA) einhalten.

Mindestalter für soziale Medien?

Bereits Mitte Mai hatte die Kommission einen Entwurf für Leitlinien zum Schutz Minderjähriger veröffentlicht. Darin empfiehlt sie eine Reihe technischer Schutzmaßnahmen – etwa Altersverifikationssysteme oder Altersabschätzungen.

Viele europäische Länder drängen darauf, ein zusätzliches Mindestalter bei sozialen Medien festzulegen. Laut Virkkunen sei dies allerdings aufgrund unterschiedlicher Dienste und Kulturen schwierig, sagte sie in der „FT“. Stattdessen pocht sie darauf, dass die Betreiber der Plattformen mehr für den Jugendschutz tun.

Außerhalb der EU gibt es bereits Social-Media-Beschränkungen. Ende November hatte das australische Parlament einen Plan verabschiedet, mit dem unter 16-Jährigen der Zugang zu sozialen Medien komplett verboten werden soll. „Wir wollen, dass australische Kinder eine Kindheit haben“, sagte der australische Regierungschef Anthony Albanese. „Wir wissen, dass soziale Medien Schaden anrichten.“

In Kraft tritt der Plan vermutlich Ende des Jahres. Auch Großbritannien erwog bereits ein Mindestalter für soziale Netzwerke.  Außerdem gibt es in einigen Ländern etwa ein Verbot der Plattform Tiktok. Zeitweise wurde das Netzwerk auch in den USA abgeschaltet.

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Mit Material der Nachrichtenagentur dpa

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