Kreislaufwirtschaft: Frosch-Produzent nutzt nur noch Verpackungen aus Müll
Düsseldorf. Die deutsche Haushaltsreiniger-Marke Frosch hat einen inoffiziellen Weltrekord aufgestellt: Eine Milliarde Kunststoff-Flaschen aus 100 Prozent Recyclingmaterial hat Hersteller Werner & Mertz auf den Markt gebracht. Das sei noch keinem Unternehmen der Branche gelungen, sagt Firmeninhaber Reinhard Schneider im Gespräch mit dem Handelsblatt – und kündigt den nächsten Schritt seiner Kerngeschäftsmarke Richtung Kreislaufwirtschaft an.
Von nun an sollen alle Verpackungen von Frosch aus recyceltem Material aus dem dualen System kommen. „Wir wollen demonstrieren, dass 100 Prozent Recycling aus dem Gelben Sack technisch und wirtschaftlich machbar sind“, sagt Schneider. Für den 57-Jährigen ist es eine Kampfansage: in Richtung Großindustrie und Politik, die seiner Ansicht nach beim Thema Nachhaltigkeit nachlassen.
Der Mainzer Mittelständler mit 611 Millionen Euro Umsatz und 1200 Beschäftigten gilt als Pionier im mechanischen Recycling, bei dem Kunststoffabfälle maschinell getrennt und für die Wiederverwertung aufbereitet werden. 2012 hatte Schneider damit begonnen, in der Produktion recyceltes Altplastik, das sogenannte Rezyklat, einzusetzen. Das war lange vor Konkurrenten wie Henkel (Persil, Pril), Unilever (Dove, Axe) oder Procter & Gamble (Ariel, Lenor), die teils mehr als 100-mal so viel Umsatz machen.