ChatGPT: Das sind die Chancen und Risiken von KI in der Psychotherapie
Frankfurt. „Wie alt ist Angela Merkel?“. „Wie wasche ich Leinen richtig?“. „Wie koche ich Pasta al dente?“. Alltagsfragen wie diese stellen heute viele einfach KI-Chatbots wie ChatGPT. Es sind oft Fragen praktischer Natur, es geht um konkrete Handlungen, Inhalte, Fakten.
Nicht mehr ausschließlich.
Seit einiger Zeit suchen immer mehr Menschen auch bei emotionalen Fragen, psychologischen Themen und zwischenmenschlichen Anliegen Hilfe bei einer KI. Auf Social-Media-Apps wie Tiktok zeigen viele junge Menschen, wie sie mit Chatbots über ihre Probleme sprechen, teilen diese Prompts dann mit ihren Followern.
Kein Wunder, der Bedarf an psychologischer Unterstützung ist groß: In Deutschland ist mehr als jeder dritte Erwachsene laut „AXA Mental Health Report 2025“ psychisch erkrankt. Das sind mehr als 20 Millionen Menschen mit akutem Hilfebedarf. Gleichzeitig sind Psychotherapieplätze rar und die Wartezeiten darauf lang.
Chatbots dagegen sind immer und überall erreichbar. Der Beziehungsstreit, der Stress mit dem Chef, der Ärger mit der Familie, der einen um 3 Uhr nachts wachhält? Kein Problem, ChatGPT ist da. Dazu ist der Kontakt anonymer: Wer Hilfe bei der KI und keinem menschlichen Gegenüber sucht, verspürt weniger Scham, das Stigma ist geringer, die Hemmschwelle niedriger. Klingt nach dem perfekten Einstieg für Menschen, die Therapie noch scheuen.
Doch sind Chatbots tatsächlich effektiv bei der Klärung der eigenen Gefühlswelt? Kann KI überhaupt Therapie und auch bei psychischen Erkrankungen helfen? Wird ChatGPT künftig den Psychotherapeuten ersetzen?