Elon Musk: Wie die Tesla-Krise das Werk Grünheide trifft
- Elon Musk wirft gerne mit Superlativen um sich. Doch Produkte wie der Cybertruck floppen. Der Absatz von Tesla bricht ein. Der reichste Mann der Welt setzt indes schon auf das nächste Versprechen.
- Die Krise des Konzerns spiegelt sich auch im deutschen Tesla-Werk in Grünheide. Die Zustände dort sind ein Lehrstück dafür, was passiert, wenn Silicon-Valley-Attitüde auf deutsches Arbeitsrecht trifft.
- Der Ex-Tesla-Mitarbeiter Łukasz Krupski machte Missstände des E-Autoherstellers öffentlich. Tesla zeigte ihn an. Nun hat ein Gericht geurteilt. Ob der Whistleblower die internen Daten weitergeben durfte, lesen Sie hier.
Auf diesen Mann kann sich Tesla verlassen. Dienstag, der 24. Juni 2025. Brandenburgs ehemaliger Wirtschaftsminister Jörg Steinbach besucht eine Betriebsversammlung im Werk Grünheide. Der SPD-Politiker gelobt: „Egal, was in der Welt gesagt wird, ich stehe nach wie vor zu diesem Standort, ich stehe zu Tesla.“
Auf einer Tonaufnahme ist zu hören, wie Steinbach die Lage in der Autobranche schildert: Volkswagen, BMW, Mercedes – überall Tristesse. Sei der Belegschaft des US-Elektroautobauers in Grünheide eigentlich bewusst, „in welcher Oase“ sie arbeiten dürfe?
Steinbach erinnert an die gute Kinderstube. „Bedankt euch auch mal bei euren Vorgesetzten, auch mal beim Betriebsleiter“, schlägt der Ex-Minister vor. „Oder wenn euch aus der Geschäftsleitung einfach mal einer über den Weg läuft.“
Dankbarkeit dürfte für viele im Saal nicht die erste Assoziation sein, wenn sie an ihren Arbeitgeber denken. Manche bekamen zu Hause Besuch vom Chef, wenn sie sich krankgemeldet hatten. Andere warteten über Wochen auf ihren Lohn. Und eben noch sprach die Betriebsratsvorsitzende Michaela Schmitz auf der Bühne darüber, dass Tesla „zu viele Abmahnungen“ verteile.
Weiß Steinbach überhaupt, was da südlich von Berlin hinterm Werkszaun passiert?