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AutobauerJaguar Land Rover sucht einen neuen Chef

Adrian Mardell will sich von der Spitze des britischen Oberklasseherstellers zurückziehen. Er hat die wirtschaftliche Lage stabilisiert, ist aber auch für Kontroversen verantwortlich.Torsten Riecke 01.08.2025 - 12:26 Uhr Artikel anhören
Adrian Mardell, Chef des britischen Autobauers JLR, will sich zurückziehen. Foto: via REUTERS

London. Der britische Luxuswagenhersteller Jaguar Land Rover (JLR) sucht nach einem neuen Chef. „Adrian Mardell hat den Wunsch geäußert, sich nach drei Jahren als CEO und 35 Jahren im Unternehmen von JLR zurückzuziehen“, teilte der Autobauer mit. Sein Nachfolger werde zu gegebener Zeit bekannt gegeben. JLR ist eine Tochter des indischen Industriekonzerns Tata.

Der 64-jährige Manager hatte das Amt im November 2022 übernommen und den früheren Renault-Chef Thierry Bolloré abgelöst. Unter Mardells Führung startete JLR den Übergang in die Elektromobilität, der immer noch nicht abgeschlossen ist.

Zudem verantwortete der Vorstandschef die kontroverse und stark diskutierte Neugestaltung der Traditionsmarke Jaguar. Das „Rebranding“ ging mit einer Werbekampagne einher, die zunächst nur eine Schar von extravagant gekleideten Menschen mit asymmetrischen Haarschnitten, aber keine Autos zeigte. Der später enthüllte Prototyp „00“ schockierte die Traditionalisten mit seinem grellen Pink.

Holpriger Übergang zur Elektromobilität

Mardell, der als zurückhaltender Manager eher im Hintergrund wirkte, hat vor allem die wirtschaftliche Situation des Unternehmens verbessert. Für 2024 meldete JLR mit einem Gewinn vor Steuern von 2,5 Milliarden Pfund (etwa drei Milliarden Euro) das beste Ergebnis seit zehn Jahren. In den vergangenen Monaten geriet der Autobauer aber in erhebliche Turbulenzen. Ein Grund dafür ist die „Neuerfindung“ von Jaguar und der damit angestrebte Imagewandel zu einem futuristischen Elektromobil der Luxusklasse.

JLR hat den Verkauf der bisherigen Jaguar mit Verbrennermotoren bereits Ende 2024 gestoppt und musste deshalb im ersten Halbjahr des laufenden Jahres einen erheblichen Absatzeinbruch hinnehmen. Im April wurden in Europa nur noch 49 Jaguar-Neuwagen verkauft.

Hinzu kamen die von US-Präsident Donald Trump verhängten Importzölle, die zwischenzeitlich die Lieferungen des Konzerns in die USA stoppten. Außerdem verzögert sich die Auslieferung der Elektromodelle für die Marken Range Rover und Jaguar bis ins nächste Jahr. Kürzlich kündigte JLR schließlich noch den Abbau von 500 Stellen im Management an.

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