Bafin: „Zum Teil begegnen uns haarsträubende Fälle“
Frankfurt. Die Bafin prüft verstärkt die Geldwäscheprävention von Banken und Finanzdienstleistern. „Wir kommen häufiger bei den Banken vorbei, im vergangenen Jahr gab es 672 Aufsichtsbesuche und -gespräche“, sagte die zuständige Exekutivdirektorin Birgit Rodolphe dem Handelsblatt. Im Vorjahr waren es 628. „Mir war immer wichtig, die Geldwäscheabteilung der Bafin deutlich stärker in Richtung einer Prüfungsorganisation zu entwickeln.“
Bei ihren Untersuchungen begegnen der Bafin Rodolphe zufolge „haarsträubende Fälle“. In einem Fall habe die Bafin „ein ganzes Netzwerk von Strohfirmen“ zerschlagen. Es irritiere sie, „dass manchen Verantwortlichen in den Banken scheinbar nicht auffällt, wenn Milliardenbeträge über Konten von Kunden bewegt werden, deren Geschäftsmodell überhaupt nicht zu der Höhe der Transaktionen passt“.
Mit Blick auf die gerade gegründete EU-Geldwäschebehörde Amla sprach sich Rodolphe dafür aus, auch Kryptounternehmen direkt von der Amla überwachen zu lassen. Ab 2028 soll die Behörde die 40 Finanzfirmen mit dem höchsten Geldwäscherisiko in der EU überwachen. „Auch Kryptobörsen“ sollten laut der Bafin-Direktorin zum Kreis dieser 40 Institute zählen, „ebenso wie andere Zahlungsdienstleister“.