Koalition: Wie Union und SPD den Teamgeist beschwören wollen
Berlin. „Wir wünschen Ihnen einen erholsamen Sommer!“ Diese Botschaft sendet die Partei von Friedrich Merz dieser Tage via Webseite ins Land – und zeigt einen zufriedenen Bundeskanzler im Gespräch, lächelnd im Freizeithemd. Es ist das Bild, das nach 100 Tagen schwarz-roter Koalition zum Ausdruck bringen soll: Es geht wieder voran. Vorbei die bleiernen Jahre der Vorgängerregierung.
Doch nach 100 Tagen Schwarz-Rot ist die Stimmung im Land schlecht, die Kritik an der Regierung laut und das Klima in der Koalition hitzig. Nun soll eine gemeinsame Klausurtagung Ende des Monats die Wende zum Besseren einleiten. Vorher stehen noch interne Beratungen an.
Für Merz, CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann und einige der stellvertretenden Parteivorsitzenden war es am Dienstag bereits vorbei mit dem erholsamen Urlaub: Die Parteirunde traf sich im Kanzleramt, nicht per virtueller Schaltkonferenz, wie sonst bei Routinetreffen üblich. „Vor Ort redet es sich anders als in einer Schalte“, hieß es hinterher.
Am Jubiläumstag der Koalition ging es bei dem vertraulichen Treffen der CDU-Führung um die Zukunft der Ukraine, aber auch um den jüngsten Alleingang des Kanzlers in der Israelpolitik – und um die Umfragewerte.