Außenpolitik: Merz' Berater für Gaza und Kiew – Er berät im Krieg
Berlin. Für einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit steht Günter Sautter vermutlich nicht. Der Mann, der im Kanzleramt seit fast 100 Tagen die Abteilung 2 leitet, hat schließlich schon als Büroleiter des sozialdemokratischen Außenministers Frank-Walter Steinmeier gearbeitet. Von dessen grüner Nachfolgerin Annalena Baerbock wurde er zum Politischen Direktor im Auswärtigen Amt befördert.
So ist es kein Zufall, dass jetzt auch auf den außenpolitischen Berater des Kanzlers gezeigt wird – auf der Suche nach Erklärungen dafür, warum Friedrich Merz in der Israel-Politik ganz anders agierte als von vielen in der Union erwartet. Schon als CDU-Außenminister Johann Wadephul zu Nahost neue Töne anschlug, wähnten manche Christdemokraten die alten Strukturen des Auswärtigen Amtes am Werk.
Da könnte einerseits etwas dran sein – das Haus am Werderschen Markt folgt in seiner Herangehensweise an internationale Krisen schließlich einer bestimmten Denkschule. Andererseits ist es unfair, einem Beamten, der seine Expertise doch jeder politischen Führung zur Verfügung stellen soll, dies zum Vorwurf zu machen.