Sympatex: Bewährungsdeal für prominenten Angeklagten geplant
Düsseldorf. Der Strafprozess um einen mutmaßlichen Betrug beim Textilhersteller Sympatex könnte für zwei der vier Angeklagten bald enden. Sie haben einem Deal zugestimmt, der für sie Bewährungs- und Geldstrafen vorsieht – dafür legen sie zumindest Teilgeständnisse ab.
Für den bekannten Unternehmensberater und Sympatex-Eigner Stefan Sanktjohanser sieht das Landgericht München I dabei eine Strafe von einem Jahr und acht Monaten vor, mit einer zweijährigen Bewährungszeit.
Zudem soll Sanktjohanser zwei Geldstrafen zahlen, in Höhe von 270 bis 360 Tagessätzen und 140 bis 170 Tagessätzen. Bei einem mitangeklagten Manager will es das Gericht bei einer Geldstrafe von 630 bis 690 Tagessätzen belassen. Das dürfte für beide Angeklagten jeweils einen Betrag in mindestens sechsstelliger Höhe bedeuten.
Die Entwicklung kommt überraschend. Erst vor wenigen Wochen scheiterte eine Verständigung zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und den Angeklagten nach dem ersten Prozesstag.
Der Prozess gegen Eigner Sanktjohanser, den Chef des Beratungshauses One Square Advisors Frank Günther und zwei weitere Manager begann Anfang Juli. Sie sollen eine drohende Insolvenz und den Verkauf des Outdoor-Bekleidungsherstellers Sympatex inszeniert haben. So sollen sie Investoren einer 13 Millionen Euro schweren Anleihe zum Verzicht auf 90 Prozent ihres Kapitals gebracht haben.