Sympatex: Gerangel zum Prozess-Auftakt – Mögliche Zeugen müssen Saal verlassen
München. Ein Auftritt in Handschellen bleibt Frank Günther im Gerichtssaal erspart. Der seit gut einem halben Jahr inhaftierte Partner des Beratungshauses One Square Advisors trägt stattdessen eine Rewe-Einkaufstasche in der Hand, als ihn Justizbeamte am Dienstag in den Saal 173 des Münchener Strafjustizzentrums führen.
Mit einem breiten Grinsen steht der Mann, der einst den Ruf hatte, Restrukturierungen von Mittelstandsanleihen zu verstehen wie kein Zweiter, wenig später hinter der Anklagebank. Dann nimmt Günther in der hinteren Reihe zwischen seinen Strafverteidigern Platz.
Rechts vor ihm wartet der zweite – kaum minder bekannte – Münchener Berater Stefan Sanktjohanser mit Stirnrunzeln auf die Verlesung der Anklage. Sanktjohanser war Eigner von Sympatex. Er saß schon fast elf Monate in Untersuchungshaft, bevor er Ende Januar gegen Kaution und strenge Auflagen freikam.
Sanktjohanser und Günther sollen mit einer Gruppe von Anwälten, Beratern und Bankern die Anleger betrogen haben, wie es in der Anklage heißt. Zwei der mutmaßlichen Helfer müssen sich von diesem Dienstag an ebenfalls vor der Kammer verantworten.