1. Startseite
  2. Finanzen
  3. Märkte
  4. Devisen + Rohstoffe
  5. Digitale Währung: EU beschleunigt offenbar Pläne für den digitalen Euro

Digitale WährungEU beschleunigt offenbar Pläne für den digitalen Euro

Nachdem die USA Stablecoins neu reguliert haben, will die EU beim Projekt für eine digitale Währung Tempo machen. Einem Bericht zufolge könnte diese auf einer öffentlichen Blockchain laufen.Dominik Jäger 22.08.2025 - 17:47 Uhr Artikel anhören
Die EU arbeitet offenbar mit Hochdruck an einem digitalen Euro. Foto: Getty Images

Düsseldorf. Die Europäische Union (EU) plant offenbar die Entwicklung des digitalen Euro zu beschleunigen, berichtet die Finanzzeitung „Financial Times“ (FT). Hintergrund ist, dass die Vereinigten Staaten mit dem „Genius Act“ ein Gesetz zur Regulierung von Stablecoins verabschiedet haben. Das sind Kryptowährungen, deren Wert an eine staatliche Währung wie den Dollar oder Euro gekoppelt sind.

Der digitale Euro ist ein von der Europäischen Zentralbank (EZB) geplantes digitales Zahlungsmittel, das Bargeld ergänzen soll. Es soll in der gesamten Euro-Zone frei verwendet werden können. Unter EU-Beamten gebe es nun jedoch die Befürchtung, Europa könnte amerikanischen Stablecoin-Anbietern den Markt für digitale Währungen überlassen, wenn sich die Entwicklung des digitalen Euro weiter hinzieht, berichtet die „FT“ weiter.

Daher würden EU-Beamte „die Pläne zum digitalen Euro überdenken“, zitiert das Blatt einen Insider. Um das Projekt zu beschleunigen, erwäge Brüssel auch eine Möglichkeit, die zuvor als undenkbar galt: So könnte die EU den digitalen Euro auf einer öffentlichen Blockchain wie Ethereum oder Solana betreiben. Bisher sahen einige Pläne vor, den digitalen Euro auf einer selbst entwickelten, privaten Blockchain laufen zu lassen.

Der Vorstoß, den digitalen Euro etwa auf der Ethereum-Blockchain zu starten, wäre brisant: Die Blockchain-Technologie funktioniert wie eine Art digitales, dezentrales, öffentliches Logbuch. Jede einzelne Transaktion wird aufgezeichnet, kann nicht nachträglich verändert und zudem von jedem Nutzer eingesehen werden.

Zwar sind die darin aufbewahrten Informationen verschlüsselt. Jeder Nutzer hat jedoch eine individuelle, verschlüsselte Adresse, eine sogenannte Wallet-Adresse. Wer die Wallet-Nummer einer Person kennt, kann auf einer öffentlichen Blockchain sämtliche Transaktionen nachvollziehen.

Etablierte Stablecoins wie Tether, Circle oder der erst kürzlich in Deutschland gestartete Euro-Stablecoin AllUnity laufen bereits auf Ethereum und weiteren Blockchains. Und sie erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Marktkapitalisierung der größten Dollar-Stablecoins belief sich zuletzt auf insgesamt mehr als 280 Milliarden Dollar.

Der „Genius Act“ könnte der Popularität weiter Auftrieb verleihen, da er dem neuen Markt einen gesetzlichen Rahmen gibt. Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass der Wert ausstehender, an den Dollar gekoppelter Stablecoins zu hundert Prozent durch US-Staatsanleihen gedeckt sein muss. Die US-Regierung sieht darin einen Weg, die Nachfrage nach US-Staatsanleihen anzukurbeln.

EU-Beamte fürchten nun laut „FT“-Bericht, dass die immer weiter verbreitete Nutzung von Dollar-Stablecoins auch in Europa die Nachfrage nach Euro schwächt. Ähnlich äußerte sich kürzlich EZB-Volkswirt Jürgen Schaaf in einem Blog-Beitrag der Notenbank. Er warnt: „Sollten US-Dollar-Stablecoins im Euroraum weit verbreitet sein – sei es für Zahlungen, Sparzwecke oder Abrechnungen –, könnte die Kontrolle der EZB über die monetären Bedingungen geschwächt werden.“

Kryptowährung

Neuer Hype: Der Bitcoin erreicht ein neues Rekordhoch – auch Ethereum boomt

Die Befürchtung: Setzt sich jetzt der an den Dollar angelehnte Stablecoin durch, könnten sich künftig andere digitale Währungen umso schlechter durchsetzen. „Je größer seine Verbreitung ist, desto schwieriger wäre es, sie wieder rückgängig zu machen“, schreibt Schaaf in einer Analyse. Schafft die EZB einen eigenen Token, könnte sie selbst das Engagement der Region für digitale Vermögenswerte festigen.

Auch in China und Großbritannien arbeiten Notenbanken an eigenen Token. In China ist die Entwicklung am weitesten gediehen, in Großbritannien wird ein digitales Pfund lediglich in Erwägung gezogen.

Verwandte Themen
Europäische Union
EZB
Ethereum
Großbritannien
China
Europa

Darüber hinaus entwickeln Anbieter weltweit Stablecoins für verschiedene Devisen. Es gibt bereits mehrere an den Euro gekoppelte Stablecoins. Der größte wird von Circle betrieben und hat laut dem Kryptoportal Coinmarketcap eine Marktkapitalisierung von rund 225 Millionen Dollar. „EURC“ läuft auf den Blockchains von unter anderem Ethereum, Solana und Stellar.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt