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KI-BriefingWas passiert, wenn dem KI-Frontrunner die Puste ausgeht?

OpenAI kämpft mit sich selbst und der Konkurrenz, Huawei greift Nvidia an und wir fragen uns: Wie viele der einflussreichsten KI-Köpfe muss man kennen?Larissa Holzki 29.08.2025 - 15:43 Uhr Artikel anhören
KI-Rennen: Beim Marathon helfen „Pacemaker“, das Tempo zu halten, beim KI-Rennen gibt OpenAI die Geschwindigkeit vor. Foto: Michel Becker | ChatGPT

Wenn Sie nur wenig Zeit haben, liebe Leserinnen und Leser,

dann starten wir mit der Beobachtung, die meine Kollegen veranlasst hat, einen Handelsblatt-Wochenendtitel über OpenAI zu schreiben: Der ChatGPT-Entwickler verliert gerade massiv an Strahlkraft.

Warum das wichtig ist? OpenAI ist das wohl einflussreichste Unternehmen der vergangenen drei Jahre. Das Unternehmen und allen voran CEO Sam Altman haben global eine neue Ära des digitalen Zeitalters gestartet.

Es hat verändert, wie Sie und ich arbeiten. Es hat Managerinnen und Manager weltweit veranlasst, Taskforces zu starten, ihre Strategien zu überdenken und die Unternehmens-IT umzurüsten. Es hat für enorme Bewegungen an den Märkten gesorgt und Wettbewerber zu vorher undenkbaren Investitionen gezwungen. Es hat Staats- und Regierungschefs über den Bedarf an Rechenzentren, die Gefahr von Massenarbeitslosigkeit und existenzielle Risiken diskutieren lassen.

Mit alldem hat das Unternehmen unumkehrbare Veränderungen angestoßen. Doch die Geschwindigkeit, mit der Künstliche Intelligenz (KI) weiterentwickelt und integriert wird, hängt bis zum heutigen Tag vom Impetus von Sam Altman und seiner Firma ab.

Sam Altman: Sinnkrise beim KI-Pionier. Foto: Florian Generotzky/laif, Getty, ChatGPT [M], Handelsblatt

OpenAI ist eine Art Schrittmacher für die KI-Revolution: Der ChatGPT-Entwickler gibt den Takt für Produktneuheiten vor, legt den Maßstab für Bewertungen von KI-Firmen, steckt den Rahmen, in dem Hardware-Investitionen diskutiert und umsetzbar werden. Nach meinem Eindruck werden viele Wettbewerber erleichtert das Tempo rausnehmen, wenn OpenAI zu schwächeln beginnt.

Im Wochenendtitel beschreiben meine Kollegen Felix Holtermann, Stephan Scheuer und Luisa Bomke die Situation bei OpenAI als Sinnkrise. Sie analysieren Schwierigkeiten und Herausforderungen, die sich zu einer Krise verdichten könnten, wenn das Führungsteam nicht die richtigen Strategien für folgende Problemfelder finden sollte:

  • die enttäuschten Erwartungen rund um das neue Modell GPT-5
  • die kriselnde Beziehung zum Partner und Großinvestor Microsoft
  • die explodierenden Kosten für Rechenleistung und Fachkräfte

Neben diesen internen Problemen wird der Druck von außen immer größer: Zentrale Führungs- und Forschungskräfte haben das Unternehmen verlassen und bauen eigene Wettbewerber auf oder verstärken die Teams von Wettbewerbern.

Fidji Simo: Sie ist als CEO of Application die neue Nummer zwei bei OpenAI. Foto: Handelsblatt

Neben Sam Altman kommen in den nächsten Wochen zentrale Aufgaben auf die frühere Chefin des amerikanischen Online-Lebensmittellieferanten Instacard Fidji Simo zu, die bei OpenAI die Produktisierung verantworten soll. Und auf Brad Lightcap, der das operative Geschäft bei OpenAI leitet. Mit ihm konnten meine Kollegen exklusiv für den Report sprechen. Lesen Sie unbedingt rein!

Worüber die Szene spricht

Time 100 AI: Das Nachrichtenmagazin hat zum dritten Mal die einflussreichsten Personen in KI gekürt. Foto: TIME

Wer sich fragt, wer außer Sam Altman und OpenAI in den kommenden Monaten wichtige KI-Impulse geben könnte, sollte sich die neue „Time 100 AI“ anschauen. Dabei handelt es sich um die weltweit wohl am meisten beachtete Liste der einflussreichsten Personen in der Erforschung und Entwicklung von KI. Die Edition für 2025 hat das amerikanische Nachrichtenmagazin „Time“ an diesem Donnerstag herausgebracht.

Wer auf der Liste steht:

Viele Namen sollten Sie kennen, wenn Sie das KI-Briefing regelmäßig verfolgen. Natürlich stehen auf der Liste die führenden Köpfe großer Technologie- und KI-Unternehmen aus den USA. Etwa:

  • Jensen Huang, CEO des Chipkonzerns Nvidia
  • Dario Amodei, Co-Gründer und CEO des US-KI-Unternehmens Anthropic
  • Alexandr Wang, Co-Leiter des Superintelligenz-Labors beim Facebook-Konzern Meta
Alexandr Wang: Der Gründer von Scale AI ist jetzt bei Meta für Superintelligenz zuständig. Foto: dpa

Auch die bekanntesten Namen von einflussreichen Unternehmen aus Asien finden sich wieder. Darunter:

  • Liang Wengfeng, CEO des chinesischen KI-Unternehmens Deepseek
  • Masayoshi Son, Gründer, Chairman und Chef des japanischen Tech-Konzerns Softbank
  • C.C. Wei, der als Chairman und CEO den taiwanischen Chip-Auftragsfertiger TSMC leitet

Und dann sind da Namen von Personen, die die Debatte um neue Forschungszweige und Regulierung von KI in den vergangenen Monaten geprägt haben. Zum Beispiel:

  • Fei-Fei Li, Professorin an der US-Elite-Universität Stanford und Chefin des Start-ups World Labs
  • Henna Virkkunen, die finnische EU-Kommissarin für Technologische Souveränität
Fei-Fei Li: „Time“ listet sie als Gestalterin unter den einflussreichsten Personen in KI. Foto: Bloomberg via Getty Images

Sie werden aber auch Namen finden, die noch nicht so bekannt sind und viel mehr Gehör finden sollten: Ich zähle die Journalistin Karen Hao dazu. Ihr kritisches und enorm stark recherchiertes Buch „Empire of AI“ über die Geschichte von OpenAI habe ich gerade im Urlaub verschlungen.

Aber auch Milagros Miceli, die beim deutschen Weizenbaum-Institut die Arbeitsbedingungen der Menschen erforscht, die für KI-Entwickler wie OpenAI und Anthropic Trainingsdaten auswerten und sich Unmengen an verstörenden Bildern von Gewalt und rassistische Texte anschauen, damit wir sie als Nutzer der Modelle nicht zu sehen bekommen.

KI-Briefing

Was passiert, wenn dem KI-Frontrunner die Puste ausgeht?

29.08.2025
Abspielen 10:07

Eine schnelle Umfrage im Handelsblatt-Technologiereporterteam hat gezeigt, dass die meisten von uns gut ein Viertel der gelisteten Personen anhand ihres Namens oder ihres Bildes erkannt hätten. Das dürfte auch daran liegen, dass die Liste nach unserem Eindruck stark amerikanisch geprägt ist.

Im Umkehrschluss fehlen uns ein paar Namen: Anton Osika zum Beispiel, der Gründer und CEO von Lovable, dem schwedischen Start-up, das wie kein anderes Unternehmen für den Trend steht, Code mit natürlicher Sprache zu schreiben. Die sogenannte Vibe-Coding-Firma ist erst vor wenigen Monaten an die Öffentlichkeit getreten und soll neue Finanzierungsangebote zu einer Bewertung von vier Milliarden Dollar bekommen haben.

Jan Oberhauser: Eine neue Finanzierungsrunde für seine Firma n8n könnte ihn zum Milliardär machen. Foto: n8n

In Deutschland sorgt gerade n8n-Gründer Jan Oberhauser für Aufregung. Mithilfe seiner „No-Code-Plattform“ können Nutzer mit begrenzten Programmierkenntnissen Applikationen bauen, indem sie bestimmte Code-Bausteine nutzen. Dank neuer KI-Funktionen wächst das Geschäft nun in rasantem Tempo. Eine wohl bevorstehende Finanzierungsrunde dürfte den Gründer sogar kurzfristig zum Milliardär machen.

Zum Gegencheck habe ich einigen Kontakten aus Wissenschaft, Wagniskapital- und Gründerszene die Frage nach fehlenden Namen weitergeschickt: Bernhard Schölkopf, der Direktor des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme und Leiter des ELLIS-Instituts in Tübingen sei ein Muss, antworteten viele. Der Stockholmer Investor Oliver Molander verweist auf den tschechischen Informatiker Tomas Mikolov, der mit seiner Arbeit unter anderem zu drastischen Verbesserungen von Spracherkennungs- und Verarbeitungsanwendungen beigetragen hat.

Wie viele Leute kennen Sie von der Liste? Und wer fehlt? Schreiben Sie uns eine E-Mail – und vielleicht machen wir dann demnächst noch einmal eine Handelsblatt-Edition.

Was Sie sonst noch wissen sollten

Huawei: Das Unternehmen ist Chinas Hoffnung im Chip-Wettbewerb mit den USA. Foto: Dpa, AP, Imago, PR (3)

1. Huawei soll Chinas Abhängigkeit vom Westen beenden. Im neuen Forschungszentrum in Shanghai verbindet der Konzern Hunderte seiner hauseigenen Chips. Der so entstehende Rechenverbund soll in einigen Bereichen leistungsstärker und dabei sogar energiesparsamer sein als vergleichbare Chipcluster von Marktführer Nvidia. Damit wird Huawei zu einem zentralen Baustein in Chinas Plan, eine unabhängige KI-Infrastruktur aufzubauen. Meine Kollegen Martin Benninghoff und Stephan Scheuer haben analysiert, wie Peking den Konzern als strategisch für seine Machtpolitik einsetzt.

2. Nvidia übertrifft erneut alle Erwartungen beim Umsatz und enttäuscht die Anleger trotzdem. Der KI-Boom treibt die Erlöse des Chipkonzerns auf 46,7 Milliarden Dollar, ein Plus von 56 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch weil die wichtige Sparte Rechenzentren leicht unter den Prognosen bleibt, gab die Aktie leicht nach. Mein Kollege Felix Holtermann hat sich die Ergebnisse angeschaut. Seine Analyse zeigt, warum der Markt so nervös ist und Rekordgewinne Anleger nicht mehr beeindrucken.

Jensen Huang: Das Geheimnis seiner Hardware ist die Software. Foto: Dpa, Reuters, Getty Images

3. Nvidias größter Trumpf liegt nicht in seinen berühmten Chips, sondern in der Software. Die Softwareplattform Cuda hat den amerikanischen Konzern zum Standard für KI gemacht und bindet Entwickler fest an die hauseigene Hardware. Konkurrenzprodukte wie ROCm von AMD oder oneAPI von Intel haben das Nachsehen, weil das Programmieren für Cuda schon an den Universitäten gelehrt wird. Mein Kollege Joachim Hofer zeigt, warum der Vorsprung durch den Industrie­standard kaum aufzuholen ist.

4. Elon Musk verklagt OpenAI und Apple. Es ist die neueste von einer ganzen Reihe von juristischen Verfahren, die der Milliardär und Tesla-Chef gegen den ChatGPT-Entwickler führt. Dieses Mal geht es ihm um angebliche Wettbewerbsverzerrung: Konkret wirft er den beiden Unternehmen nun vor, auf dem iPhone ein KI-Monopol für den Chatbot ChatGPT zu schaffen. Seine eigene Firma xAI etwa hätte keine echte Chance, Kunden über den App Store zu erreichen. Mein Kollege Felix Holtermann berichtet, wie Musk den Streit eskalieren lässt – und warum der Fall Parallelen zum Google-Kartellverfahren aufweist.

Palantir-Gründer Peter Thiel (l.), Vorstand Alex Karp (M.), Minister Alexander Dobrindt: Der Einsatz der Software ist umstritten. Foto: Imago, Reuters, Bloomberg, Getty Images [M]

5. Innenminister Dobrindt nimmt Palantir in Schutz. In der Debatte um den Einsatz der umstrittenen Software bei der Polizei verweist Alexander Dobrindt auf ein Fraunhofer-Gutachten, das Sicherheitsbedenken ausräumt. Trotz Kritik prüft sein Ministerium weiterhin auch eine Nutzung auf Bundesebene. Mein Kollege Thomas Jahn hat mit Insidern, Kritikern und Regierungsvertretern gesprochen und zeigt, wie Palantir zum politischen Streitfall geworden ist.

Grafik der Woche

ChatGPT dominiert bei KI-Anfragen im Netz. Fast jede zweite Online-Anfrage an eine KI-Anwendung weltweit entfällt auf den Chatbot von OpenAI. Das zeigt eine Auswertung des Analyseunternehmens One Little Web aus Bangladesch, die die Web-Nutzung von KI-Tools zwischen August 2024 und Juli 2025 auf Basis mehrerer Datenquellen untersucht hat. Demnach kommt ChatGPT auf rund 48,4 Prozent aller Abrufe – insgesamt 46,6 Milliarden Aufrufe.

Obwohl Elon Musks Chatbot Grok nur auf gut zwei Prozent Marktanteil kommt, hat der Tech-Milliardär das Ergebnis auf seiner Plattform X weiterverbreitet. Neben den Abrufzahlen beleuchtet sie nämlich auch Interaktionsdauer und Medienpräsenz. In diesem Vergleich steht Grok auf Rang zwei – und gewinnt an Aufmerksamkeit.

Was wir lesen

China will die führende Nation in der Hirn-Computer-Steuerung werden. Erste Durchbrüche in der Technologie sind für 2027 geplant, 2030 soll sie industriefertig sein. (Wired)

Mehrere KI-Neuzugänge von Meta verlassen die Firma schon wieder. Der Start von Mark Zuckerbergs Superintelligenz-Labor verläuft holprig. (Wired)

Ein Hacker soll Anthropics Coding-Tool für eine Serie von Angriffen genutzt haben. Dabei wurden sensible Daten erbeutet und Lösegeldsummen von bis zu 500.000 US-Dollar gefordert. (Bloomberg)

Das saudische Unternehmen Humain baut mit Nvidia-Chips seine ersten Rechenzentren. Saudi-Arabien will seine Wirtschaft unabhängiger von Öleinnahmen machen und setzt auf KI. (HB/Reuters)

Nach einer Sammelklage schließen Autoren und der KI-Entwickler Anthropic einen Vergleich. Obwohl die Nutzung ihrer Werke für das KI-Training als „Fair Use“ bewertet wird, sollen sie nicht leer ausgehen. (Techcrunch)

Ein Teenager in Amerika besprach seinen Suizid mit ChatGPT. Die Eltern machen nun OpenAI für seinen Tod verantwortlich. (New York Times)

Jeder dritte Deutsche hat Angst, seinen Job an eine KI zu verlieren. Unter einigen Wähler- und Gesellschaftsgruppen ist die Sorge größer. (HB/dpa)

Handelsblatt KI-Community

KI-Circle: Die Mitglieder des Handelsblatt-Netzwerks haben sich beim Summer Camp getroffen. Foto: Handelsblatt

Beim Summer Camp der Handelsblatt Media Group haben sich diese Woche mehr als 500 Wirtschaftsentscheider, Innovatorinnen und Vordenker getroffen. In verschiedenen Formaten diskutierten sie in München aktuelle Herausforderungen durch geopolitische Spannungen und die technologische Transformation. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie KI-Agentensysteme in Unternehmen eingesetzt werden und wie ein strategisches Personalmanagement im KI-Zeitalter aussehen muss.

Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren auch viele Mitglieder des Handelsblatt KI Circles, die beim exklusiven Treffen des Netzwerks noch tiefer in die Diskussion einsteigen konnten. Alle Infos zum KI Circle finden Sie hier.

Kennen Sie schon ...?

OneWare-Gründer: Leon Beier, Ali Durmaz, Leo Wiegand und Hendrik Mennen (v.l.). Foto: OneWare

Wer ist Leon Beier? Einer der Geschäftsführer und Gründer von OneWare. Das Start-up aus Paderborn will individuelle KI-Lösungen für jeden Produktionsprozess anfertigen – und das automatisiert.

Wo kommt er her? Genau wie sein Mitgründer, Leo Wiegand, kommt Beier aus der Elektrotechnik. Beim Druckmaschinenhersteller König und Bauer hatte er eine KI entwickeln wollen, die Fehler in Banknoten erkennt. Daraus entstand die Idee, eine Software zu entwickeln, die selbstständig KI für jeden Anwendungsfall anfertigen kann.

Was hat er vor? Erste Pilotkunden hat OneWare schon gefunden, jetzt wollen Beier und Co. skalieren und ihr Anwendungsfeld von der Industrie bis in Landwirtschaft, Luft- und Raumfahrt und Medizin erweitern.

Das sollten Sie ausprobieren

Le Chat: Der französische Chatbot ist eine Alternative zu ChatGPT. Foto: Screenshot Luisa Bomke

Den Recherchemodus des KI-Assistenten Le Chat. Der Chatbot des Pariser KI-Start-ups Mistral AI gilt als einzige ernsthafte europäische Alternative zu ChatGPT. Der im Sommer eingeführte Recherchemodus soll insbesondere für Analysten, Finanzdienstleister und Forscher hilfreich sein. Meine Kollegin Luisa Bomke hat ihn getestet.

Und so geht´s: Besuchen Sie die Website von Le Chat oder laden Sie das Programm im App Store oder Google Play Store herunter. Anschließend melden Sie sich ganz einfach mit Ihrem Apple-, Google- oder Microsoft-Konto an. Nun geben Sie Ihren Rechercheauftrag ein. Den Recherchemodus aktivieren Sie anschließend per Klick auf den entsprechenden Button im Chatfenster.

Luisa, die für unseren Wochenend-Report eine Übersicht an ChatGPT-Alternativen erstellen wollte, gab bei ihrem Test ein: „Du bist eine erfahrene KI-Expertin mit zehn Jahren Berufserfahrung, hast am MIT studiert und bist auf KI-Assistenten spezialisiert. Erstelle eine strukturierte Übersicht mit fünf alternativen KI-Chatbots zu ChatGPT, die in bestimmten Bereichen überlegen sind. Für jede Alternative beantworte bitte: Worin liegt der Vorteil gegenüber ChatGPT? (konkreter Bereich, z. B. Recherche, Fachspezialisierung, Multimodalität, Datenschutz, etc.) Welche weiteren Funktionen bietet das Tool? Preismodell und Kosten (sofern verfügbar). Die Darstellung soll präzise, vergleichbar und leicht verständlich sein.“

Le Chat berechnete anschließend die voraussichtliche Dauer der Recherche – in Luisas Fall rund 15 Minuten – und zeigte an, welche Schritte er durchführen würde. Erst mit einem Klick auf „Recherche starten“ beginnt der Vorgang.

Recherchefunktion: Nach der Eingabe des Befehls wird die Bearbeitungszeit berechnet. Foto: Screenshot Luisa Bomke

Als Ergebnis lieferte Le Chat einen Report, der dem Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit ähnelt, mit Einleitung, Analyse, Fazit und einer Vergleichstabelle zur besseren Übersicht. Überraschend: Der Chatbot empfahl Luisa mit Chatflash einen KI-Assistenten, den sie bislang nicht kannte. Am Ende des Berichts verwies Le Chat auf verschiedene Quellen. Demnach beruhten die Angaben auf Informationen von 2024 und 2025. Le Chat berief sich dabei auf Unternehmenswebsites, Pressemitteilungen sowie renommierte Tech-Portale wie The Verge, Tech Crunch und Venture Beat sowie akademische Publikationen.

Bei genauerer Betrachtung konnte Luisa allerdings nachvollziehen, dass ein Großteil der Informationen aus Internetblogs oder direkt von den Websites der Anbieter kommen dürfte. Der Quellenhinweis ist daher mit Vorsicht zu genießen.

Luisas Fazit: Die Recherche ist gut strukturiert und nachvollziehbar aufgebaut. Allerdings bezieht Le Chat seine Informationen auffällig häufig von der Plattform Moin.ai. Nutzerinnen und Nutzer sollten die Ergebnisse daher nicht ungeprüft übernehmen. Wie bei jedem Chatbot gilt: Die Inhalte eignen sich als erste Orientierung, ersetzen aber keine eigenständige Überprüfung. Der Vorteil von Le Chat gegenüber ChatGPT ist jedoch, dass alle Informationen in Europa verarbeitet werden.

Hier können Sie lesen, welche KI-Assistenten Luisa außerdem empfiehlt und worin diese besser sind als OpenAI.

Wo Sie uns nächste Woche treffen

Die Handelsblatt-Konferenz AI in Banking. Foto: Handelsblatt
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AI in Banking
Mittwoch und Donnerstag, 3. und 4. September 2025
Kap Europa Frankfurt | Osloer Straße 5 | 60327 Frankfurt am Main

Auf der Handelsblatt-Konferenz AI in Banking treffen Finanzexperten Fachleute aus Forschung, Innovation und Politik. Gemeinsam werden sie diskutieren, wie sich Künstliche Intelligenz effizient in Finanzprozesse integrieren lässt – und welche regulatorischen und politischen Leitplanken dafür entscheidend sind.

Die Tagung wird von meinen Kolleginnen Luisa Bomke und Nele Dohmen moderiert und findet parallel zum Handelsblatt Banken-Gipfel statt. Es gibt also jede Menge Möglichkeiten zur Vernetzung.

Das war das KI-Briefing Nummer 104. Mitarbeit: Luisa Bomke, Lina Knees, Juraj Rosenberger (Grafik). Wenn Sie auch nächste Woche wieder mitlesen wollen, abonnieren Sie das KI-Briefing am besten als Newsletter.

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