Konjunktur: Ifo-Geschäftsklima hellt sich etwas auf – Erholung bleibt schwach
Berlin. Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen hat sich im August überraschend aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 89,0 Zähler, nach 88,6 Punkten im Juli, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner Umfrage unter rund 9000 Führungskräften mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Wert von 88,6 gerechnet.
Der Anstieg war auf verbesserte Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen. Die aktuelle Lage wurde hingegen geringfügig schlechter eingeschätzt. „Die Erholung der deutschen Wirtschaft bleibt schwach“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.
Die weiteren Aussichten dürften mau sein: Die hiesige Wirtschaft wird nach Einschätzung der Bundesbank im laufenden Sommerquartal voraussichtlich stagnieren. Die trüben Aussichten für den Welthandel, die noch schwache Auftragslage und die niedrige Auslastung vorhandener Kapazitäten dürften die Investitionstätigkeit der Unternehmen demnach weiter beeinträchtigen.
Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im laufenden Sommerquartal nur um 0,1 Prozent zulegen, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe am Montag der Nachrichtenagentur. Im ersten Quartal wuchs Europas größte Volkswirtschaft um 0,3 Prozent, ehe sie im Frühjahr um 0,3 Prozent schrumpfte.
Zurückgehende Investitionen und Exporte sowie die anhaltende Bauflaute ließen das Bruttoinlandsprodukt sinken. „Die deutsche Wirtschaft arbeitet sich in Trippelschritten aus der Stagnation“, sagte der Ifo-Umfragechef. „Bei den Aufträgen fehlt noch der Schwung.“ 2025 insgesamt dürfte Europas größte Volkswirtschaft nur um 0,2 Prozent wachsen, erwartet Wohlrabe.
Immerhin gebe es bei den Herstellern von Investitionsgütern wie Maschinen und Anlagen eine positive Tendenz. Hier keime Hoffnung auf neue Aufträge auf, nicht zuletzt wegen des Investitionsboosters der Bundesregierung. Das Gesetz erlaubt beschleunigte Abschreibemöglichkeit für Investitionen, die vom 1. Juli dieses Jahres bis zum 31. Dezember 2027 getätigt werden. „Ein Boom ist allerdings noch nicht in Sicht“, sagte Wohlrabe.
Eingetrübt haben sich zudem die Exporterwartungen der Unternehmen nach dem Zolldeal zwischen US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Dieser sieht einen Einfuhrzoll von 15 Prozent auf US-Importe aus der EU vor. „Bei den Exporteuren macht sich nach dem Zoll-Deal mit Trump Ernüchterung breit“, sagte Wohlrabe.