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PaypalUnberechtigte Lastschriften über Paypal sorgen für Verunsicherung

Mehrere deutsche Banken haben Paypal-Lastschriften vorübergehend gestoppt. Der Onlinehandel beklagt „teils erhebliche Rückbuchungen“. Aufsichtsbehörden schauen sich den Vorfall an.Elisabeth Atzler 27.08.2025 - 16:46 Uhr Artikel anhören
Onlinebezahldienst Paypal: Ursache für die Vorfälle identifiziert. Foto: dpa

Frankfurt. Eine Störung beim US-Onlinebezahldienst Paypal hat für Probleme im Zahlungsverkehr deutscher Banken und im Onlinehandel gesorgt. Die Panne bei Paypal hatte nach Handelsblatt-Informationen zur Folge, dass einige große Banken Lastschriften von Paypal am Montag vorübergehend stoppten. Zuvor habe es eine Welle auffälliger Lastschriften gegeben, hieß es in Finanzkreisen.

Zuerst hatte die „Süddeutsche Zeitung“ über den Zahlungsstopp berichtet. Laut dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) betrafen die Vorfälle in den vergangenen Tagen unberechtigte Lastschriften von Paypal, die an verschiedene Kreditinstitute gingen. Am Montag sei es für einige Stunden auch bei manchen Kundinnen und Kunden der Sparkassen zu Beeinträchtigungen gekommen. Der DSGV spricht für die 340 Sparkassen, die rund 35 Millionen private Girokonten führen.

Auch für den Onlinehandel hat die Störung letztlich Folgen. „Unsere Händler melden teils erhebliche Rückbuchungen wegen Betrugsverdachts“, sagte Birgit Janik, Payment-Expertin des E-Commerce-Verbandes Bevh. „Das Problem ist nun, dass viele Händler ihre Waren bereits herausgeschickt haben und auf ihr Geld warten.“

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In Deutschland ist Paypal die beliebteste Bezahlmethode im Onlinehandel. Rund 30 Millionen Verbraucherinnen und Verbraucher nutzen Paypal regelmäßig oder zumindest ab und an.

Paypal selbst bestätigte, dass es eine Störung gab. „Die Störung wurde inzwischen behoben, und die Zahlungen laufen wieder wie gewohnt. Wir sind aktuell dabei, Probleme mit einer begrenzten Anzahl von Konten zu beheben“, teilte das Unternehmen mit.

Für die Störung sei kein unbefugter Zugriff auf Daten oder Systeme verantwortlich gewesen, erklärte Paypal weiter. Der Onlinebezahldienst äußerte sich aber weder zu den Gründen der Probleme noch dazu, wie viele private Nutzerinnen und Nutzer genau betroffen waren und was die Folgen für die E-Commerce-Kunden sind. Paypal ist sowohl Onlinebezahldienst als auch Dienstleister für den Onlinehandel.

Auch Aufsichtsbehörden haben sich eingeschaltet. Die Bundesbank, die den digitalen Zahlungsverkehr in Deutschland überwacht, schaut sich den Vorfall an. Die Bundesbank erklärte, sie sei gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank und der Luxemburger Notebank (BCL) an der Überwachung von Paypal beteiligt.

„Wir stehen im Zusammenhang mit dem aktuellen Fall in engem Austausch mit EZB und BCL und kooperieren darüber hinaus auch mit der Bankenaufsicht“, teilte die Bundesbank auf Anfrage mit. Paypal hat eine Banklizenz in Luxemburg, die für die ganze EU gilt.

Insidern zufolge hat Paypals System zur Verhinderung von Betrug, das eigentlich verdächtige Zahlungen herausfiltert, vorübergehend nicht funktioniert. Auch laut „Süddeutscher Zeitung“ war das Sicherungssystem Paypals zeitweise ausgefallen.

Lastschriften an nicht existierende Konten

Naheliegend ist, dass von dem Zahlungsstopp sowohl unberechtigte Lastschriften als auch tatsächlich beauftragte Paypal-Lastschriften betroffen waren. Laut Branchenkennern fielen zahlreiche unberechtigte Lastschriften auf, die an nicht oder nicht mehr existierende Konten gingen.

Die Onlinebank DKB informierte ihre Kundinnen und Kunden in der Banking-App auch am Mittwochmorgen noch über Probleme mit Paypal. „Aktuell kommt es leider zu verschiedenen Störungen bei Zahlungen über Paypal“, hieß es dort. Unter anderem hätten Kunden den Hinweis bekommen, dass Paypal-Zahlungen abgelehnt worden seien.

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Seit diesem Mittwochmorgen verzeichnet die DKB nach eigenen Angaben ein „erhöhtes Aufkommen von Kundenanfragen zu verschiedenen Störungen bei Paypal-Zahlungen“, die aber nicht im Zusammenhang mit unberechtigten Lastschriften stünden. In den vergangenen Tagen sei es aber auch zu Vorfällen durch unberechtigte Paypal-Lastschriften gekommen. Auch Kundinnen und Kunden der DKB seien betroffen gewesen, allerdings „in äußerst geringer Anzahl“.

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Paypal war erst vor wenigen Tagen wegen eines möglichen Datenleaks aufgefallen. So wurde vergangene Woche bekannt, dass im Darknet womöglich ein Paket mit den Zugangsdaten von 15,8 Millionen Nutzern für 750 Dollar angeboten wurde, darunter E-Mail-Adressen und Passwörter.

So genannte Infostealer-Malware – also Schadsoftware – soll die sensiblen Informationen direkt bei den Nutzern erfasst haben. Diese Software wird oft heimlich auf Geräten installiert und sammelt dann eingegebene Zugangsdaten. Paypal wies die Verantwortung für den Datendiebstahl zurück.

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