Autobauer: Audi stellt neue Strategie zur Bewältigung der US-Zölle vor
Düsseldorf. Als vergangene Woche fast die gesamte Führungsriege des Volkswagen-Konzerns auf der Automesse IAA die neuen Elektroautos von VW bestaunte, fehlte eine wichtige Person: Manfred Döss, Aufsichtsratsvorsitzender von Audi. Der 67-Jährige befand sich auf dem Weg in die USA – Audis neuem Problemmarkt.
Der VW-Tochter droht in den USA in diesem Jahr eine Belastung, die sich auf mehr als eine Milliarde Euro summieren könnte. Das berichten hochrangige Konzernkreise dem Handelsblatt.
Im Gegensatz zu BMW und Mercedes haben die Ingolstädter kein eigenes US-Werk. Die höheren Kosten gibt Audi bislang nicht an US-Kunden weiter. Die Zollbelastungen schlagen daher voll durch. Hinzu kämen Wechselkurseffekte, sagt eine Führungskraft. „In den USA verdient Audi aktuell keinen einzigen Cent.“
Insidern zufolge soll Döss Gespräche mit Vertretern der Trump-Regierung geführt haben. Denn nach wie vor ist unklar, ob Investitionen des VW-Konzerns in den USA, etwa für ein Audi-Werk, mit den Zöllen verrechnet werden können. Döss wolle endlich „ein paar Dinge in den USA klären“, sagt ein Entscheider.