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LebensmittelKraft Heinz wird aufgespalten

Der US-Lebensmittelkonzern Kraft Heinz soll in zwei börsennotierte Unternehmen geteilt werden. Damit wird ein milliardenschwerer Deal rückgängig gemacht, den einst Warren Buffett einfädelte.Laurin Meyer 02.09.2025 - 12:59 Uhr Artikel anhören
Heinz-Tomatenketchup: Der Konzern arbeitet an gesunderen Rezepturen. Foto: Reuters

New York. Der US-Lebensmittelriese Kraft Heinz steht vor der Aufspaltung. Der Konzern soll in zwei separate, börsennotierte Firmen aufgeteilt werden, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. In einer Einheit sollen künftig die Soßen wie Heinz Ketchup und Fertiggerichte wie Kraft Mac & Cheese zusammengefasst werden. Diese Sparten erwirtschaften zusammen derzeit einen Umsatz von 15,4 Milliarden Dollar (13,2 Milliarden Euro).

Zur anderen Einheit gehören Lebensmittel wie Oscar Mayer Hotdogs und Lunchables. Diese Marken erwirtschaften derzeit einen Umsatz von 10,4 Milliarden Dollar (8,9 Milliarden Euro). Namen für die beiden abgespaltenen Einheiten stehen bisher nicht fest.

Mit der Aufspaltung wird die vor zehn Jahren erfolgte 46 Milliarden Dollar teure Fusion von Kraft und Heinz rückgängig gemacht. Durch den Deal war einer der größten Lebensmittelhersteller der Welt entstanden.

Verwaltungsratschef sieht Komplexität in derzeitigen Strukturen

Eingefädelt wurde die Transaktion damals von 3G Capital und Berkshire Hathaway, der Investmentgesellschaft von Starinvestor Warren Buffett. Der heute 95-Jährige übernahm Heinz bereits im Jahr 2013 und blieb nach der Fusion größter Anteilseigner des zusammengeschlossenen Konzerns. Später räumte Buffett jedoch ein, dass Berkshire Hathaway für den Deal „zu viel bezahlt“ habe.

Am Dienstag zeigte sich Buffett „enttäuscht“ und räumte gegenüber dem US-Sender „CNBC“ erneut ein, dass sich die Fusion nicht als brillante Idee herausgestellt habe. Gleichzeitig gehe er nicht davon aus, dass die Zerschlagung des Unternehmens die Probleme lösen werde.

Im zweiten Quartal dieses Jahres hatte Buffetts Investmentgesellschaft erneut Milliarden auf seine Beteiligung am kriselnden Lebensmittelkonzern abgeschrieben. In der Bilanz schlug das nach Steuern mit rund 3,8 Milliarden Dollar zu Buche.

Nun folgt also die Trennung. „Die Marken von Kraft Heinz sind ikonisch und beliebt, aber die Komplexität unserer derzeitigen Struktur macht es schwierig, Kapital effektiv zu verteilen, Initiativen zu priorisieren und in unseren vielversprechendsten Bereichen zu wachsen“, sagte Verwaltungsratschef Miguel Patricio.

Gleiche mehrere Trends haben das Geschäft des Lebensmittelkonzerns zuletzt belastet. Viele Amerikaner greifen mittlerweile zu gesünderen Lebensmitteln, andere setzen auf appetithemmende Diätspritzen. Kraft-Heinz-CEO Carlos Abrams-Rivera hatte deshalb unlängst angekündigt, künftig einen stärkeren Fokus auf die Entwicklung gesünderer Lebensmittel zu legen.

Getrieben wird der Konzern dabei auch von der neuen Ernährungspolitik der US-Regierung. Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. fordert die Lebensmittelindustrie immer wieder dazu auf, mutmaßlich ungesunde Zusatzstoffe aus ihren Produkten zu verbannen. Im Zuge dessen hatte Kraft Heinz mitgeteilt, ab 2027 künstliche Farbstoffe aus seinen US-Produkten zu entfernen und keine neuen Lebensmittel mit diesen Farbstoffen mehr auf den Markt zu bringen.

Lebensmittelbranche formiert sich neu

Daneben werden US-Verbraucher angesichts der hohen Inflation und der Unsicherheit durch die Zollpolitik der US-Regierung sparsamer. Das belastet das Geschäft der großen Marken insgesamt. Die Aktie von Kraft Heinz hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 21 Prozent an Wert verloren. Nach der Ankündigung am Dienstagvormittag (Ortszeit) rutschten die Papiere zunächst deutlich ins Minus.

Die geplante Aufspaltung von Kraft Heinz folgt einer Reihe anderer Transaktionen in der Branche, mit denen sich Lebensmittelhersteller für die Zukunft aufstellen wollen. Der US-Getränkekonzern Keurig Dr Pepper hat vor wenigen Tagen erklärt, den niederländischen Jacobs-Mutterkonzern JDE Peet’s zur Stärkung seines schwächelnden Kaffeegeschäfts zu übernehmen. Sobald die Übernahme abgeschlossen ist, will sich der Konzern in zwei unabhängige Unternehmen aufteilen.

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Im vergangenen Jahr hatte Lebensmittelgigant Mars die Übernahme des Snackherstellers Kellanova verkündet, der zuvor aus einer Aufspaltung von Kellogg’s hervorgegangen war. Der verbliebene Konzernteil WK Kellogg, bekannt für Marken wie Froot Loops, soll wiederum vom italienischen Süßwarenhersteller Ferrero übernommen werden.

Mit Agenturmaterial von Bloomberg.

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