Schulkinder: Geringe Gesundheitskompetenz und psychische Belastungen
Düsseldorf. Die Mehrheit der Schulkinder in Deutschland verfügt nur über eine niedrige Gesundheitskompetenz. Das zeigt der aktuelle DAK-Präventionsradar, für den mehr als 26.500 Schülerinnen und Schüler der Klassen fünf bis zehn befragt wurden. Laut Studie besitzen 16 Prozent eine hohe Kompetenz, um im Alltag aktiv Entscheidungen für die eigene Gesundheit zu treffen.
Die Folgen spiegeln sich im Alltag wider: Rund 65 Prozent der Kinder und Jugendlichen fühlen sich regelmäßig erschöpft, fast ein Drittel leidet mehrfach pro Woche unter Schlafproblemen. Besonders Mädchen berichten über eine hohe psychische Belastung. Mehr als ein Viertel zeigt depressive Symptome wie Niedergeschlagenheit oder häufiges Weinen. Mädchen mit niedrigem Sozialstatus sind mit 43 Prozent am stärksten betroffen. Auch Einsamkeit ist verbreitet: 41 Prozent der Schülerinnen fühlen sich häufig allein, bei den Jungen sind es 25 Prozent.
Die Studienautoren sehen Gesundheitskompetenz als entscheidenden Schutzfaktor. Kinder mit ausgeprägtem Wissen und Motivation klagen deutlich seltener über Beschwerden. DAK-Chef Andreas Storm fordert deshalb ein eigenes Schulfach Gesundheit, um Prävention und mentale Stärke zu fördern. Das Bundesbildungsministerium kündigte an, eine gesamtgesellschaftliche Strategie für die mentale Gesundheit junger Menschen zu entwickeln.