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KonzernNeuer Dax-Titel Gea profitiert von stabiler Nachfrage

Mit Gea zieht ein weiteres Industrieunternehmen in den Dax ein. Der Konzern profitiert von soliden Zahlen und einer klaren strategischen Ausrichtung.Isabelle Wermke 05.09.2025 - 08:15 Uhr Artikel anhören
Die Gea-Zentrale: Der Düsseldorfer Konzern rückt in den Dax auf. Foto: GEA

Düsseldorf. Der Düsseldorfer Maschinen- und Anlagenbauer Gea gehört demnächst dem Dax an. Die Deutsche Börse hat am Mittwochabend wie von Analysten erwartet bekannt gegeben, dass Gea in den deutschen Leitindex aufsteigt. Die Aufnahme erfolgt mit Wirkung zum 22. September. Auch der Betreiber des Immobilienportals „Immoscout“, Scout24, rückt auf. Die beiden ersetzen den Laborausrüster Sartorius und den Sportwagenbauer Porsche, die jeweils den Dax verlassen müssen.

Mit dem Schritt rückt erstmals seit über einem Jahrzehnt wieder ein klassisches Industrieunternehmen in den Leitindex auf. Für Gea ist es ein bedeutender Meilenstein, auch wenn der Aufstieg für viele Marktteilnehmer keine Überraschung mehr war.

Die Aktie des Konzerns hatte bereits in den vergangenen Wochen deutlich zugelegt, angetrieben von Spekulationen über eine Indexaufnahme.

Grundlage für den Dax-Aufstieg war der sogenannte Fast-Entry-Mechanismus. Dieser greift, wenn ein Unternehmen bestimmte Kriterien wie Börsenwert und Handelsvolumen erfüllt. Gea hatte diese Schwellen zuletzt deutlich übertroffen. Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei über zehn Milliarden Euro.

Der Aktienkurs erreichte Anfang August mit mehr als 65 Euro ein neues Allzeithoch. Analysten hatten zuletzt ihre Kursziele deutlich angehoben. Auch die operative Entwicklung stützt das Vertrauen: Im zweiten Quartal konnte Gea Umsatz und Ergebnis steigern.

Bei dem Maschinenbauer laufen die Geschäfte seit Jahren gut – trotz der stagnierenden deutschen Wirtschaft. Gea gehört zu Deutschlands größten Maschinenbauern für die Nahrungsmittel-, Getränke- und Pharmaindustrie.

Auch von den US-Zöllen, die dem Maschinenbau gegenwärtig zu schaffen machen, zeigt sich der Konzern unbeeindruckt. „Die Zölle wirken sich auch weiterhin nicht signifikant negativ auf Gea aus“, sagte der Gea-Vorstandsvorsitzende Stefan Klebert.

Dafür gebe es eine Reihe von Gründen. „Wir haben uns schon in der ersten Trump-Regierung vorbereitet und uns mit der Thematik auseinandergesetzt“, erläuterte der Konzernchef. Zudem habe Gea eine starke lokale Präsenz in den USA, die Lieferketten seien robust aufgestellt.

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Und: „Es ist vertraglich vereinbart, dass wir die durch Zölle entstehenden Mehrkosten weitestgehend an unsere Kunden weitergeben. Es gibt keine wirklichen Wettbewerber in den USA, die durch ihre US-Präsenz einen Kostenvorteil erzielen könnten.“ Die wesentlichen Wettbewerber seien ebenfalls europäische Firmen, die auch den Großteil ihrer Produktion in Europa haben.

Die deutsche Maschinenbranche steckt in der Krise: Im vergangenen Jahr schrumpfte die Produktion in der gesamten Branche um acht Prozent, gab der Branchenverband VDMA Ende des Jahres bekannt. Für 2025 geht der Verband von einem weiteren Minus von zwei Prozent aus.

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Hohe Energiekosten, Bürokratie und der Fachkräftemangel machen den Unternehmen zu schaffen. Auch in diesem Jahr rechnet der Branchenverband mit einem Stellenabbau. Dass es Gea im Vergleich so gut geht, liegt laut Klebert auch daran, dass sich das Unternehmen restrukturiert hat, bevor es die meisten anderen getan haben.

Bei Gea hat die Restrukturierung schon 2019 begonnen – denn da kriselte es im Konzern. Durch Fehler bei der personellen Ordnung des Konzerns und die fehlende Aufteilung von Kompetenzen entstanden Probleme im gesamten Unternehmen.

Stefan Klebert: Der Vorstandsvorsitzende übernahm Gea 2019 als Konzernchef. Foto: GEA

Der Vorstandschef ist seit Ende 2018 bei Gea, Anfang 2019 übernahm er als Konzernchef. „Das Unternehmen musste wieder in eine sehr unternehmerisch geprägte Organisation gebracht werden.“
Mit der Restrukturierung ging auch eine Änderung der Unternehmenskultur einher. Klebert legt dabei viel Wert auf den freien Handlungsspielraum seiner Mitarbeiter: „Wir haben nur wenige Corporate-Spielregeln.“

Ein Alleinstellungsmerkmal deutscher Maschinenbauer sei nach wie vor das stark auf den Kunden zugeschnittene Servicegeschäft. Und das lohne sich: „Service ist im Maschinen- und Anlagenbau immer überdurchschnittlich profitabel.“

Wir legen mit unserer Strategie einen sehr starken Fokus auf Nachhaltigkeit.
Stefan Klebert
Gea-Konzernchef

Der Anteil des Servicegeschäfts am Umsatz liegt bei Gea bei 39 Prozent. Im Vergleich zu anderen Maschinenbauern macht der Servicebereich damit einen großen Teil des Unternehmens aus.

Dennoch will der Konzern in dem Bereich auch künftig wachsen. Und auch in den Bereichen Digitalisierung und Nachhaltigkeit möchte sich Gea noch breiter aufstellen. „Wir legen mit unserer Strategie einen sehr starken Fokus auf Nachhaltigkeit. Dabei geht es nicht nur um Klimaschutz, sondern auch um gesellschaftliches Engagement und verantwortliches Unternehmertum.“

Wegen der positiven Ausblicke hatte der Konzern seinen Beschäftigten einen Sonderbonus ausgezahlt. In Deutschland und weiteren Ländern betrug dieser 1526 Euro – entsprechend dem Ziel, eine Marge von 15 Prozent im Jahr 2026 zu erreichen.

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Die Ziele für 2026 hat Gea allerdings bereits zwei Jahre davor erreicht, berichtet Klebert.

Erstpublikation: 03.09.2025, 22:18 Uhr.

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