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Thyssenkrupp-StahlsparteStahl-Beschäftigte stimmen Sanierung mit Gehaltseinbußen zu

Für die Sanierung von Thyssenkrupp Steel sollen auch die Beschäftigten auf vieles verzichten. Die IG Metall-Mitglieder stimmten jetzt einer Vereinbarung zu, die auch weniger Lohn bedeutet. 05.09.2025 - 13:05 Uhr Artikel anhören
Stahlarbeiter bei Thyssenkrupp Steel: Das Unternehmen ist wegen der Konjunkturschwäche, hoher Energiepreise und Billigimporten aus Asien in die Krise geraten. Foto: Federico Gambarini/dpa

Duisburg. Beim angeschlagenen Stahlhersteller Thyssenkrupp Steel haben die IG Metall-Mitglieder einem Sanierungstarifvertrag zugestimmt, der umfangreiche Gehaltseinbußen für sie bedeutet. Die Zustimmungsquote lag bei 77 Prozent, wie die Gewerkschaft in Düsseldorf berichtete. 62 Prozent der IG Metall-Mitglieder in der Stahlsparte hätten sich an der Abstimmung beteiligt.

Der Vertrag unter der Überschrift „Neuaufstellung Stahl“ war Mitte Juli zwischen Stahl-Management und IG Metall ausgehandelt worden. Er soll dafür sorgen, dass Deutschlands größter Stahlhersteller wieder wettbewerbsfähig wird. Ende Juni beschäftigte die Thyssenkrupp-Stahlsparte knapp 26.000 Menschen.

Das Unternehmen ist wegen der Konjunkturschwäche, hoher Energiepreise und Billigimporten aus Asien in die Krise geraten. Als Gegenmaßnahme will Thyssenkrupp seine Kapazitäten deutlich verringern – von 11,5 Millionen Tonnen pro Jahr auf 8,7 bis 9 Millionen Tonnen. Rund 11.000 Stellen sollen abgebaut oder ausgegliedert werden. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben.

Der noch nicht abschließend unterzeichnete Sanierungstarifvertrag soll bis zum Ende des Geschäftsjahres 2029/30 gelten. Er sieht unter anderem eine Reduzierung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich und die Streichung des Urlaubsgeldes vor.

Auch andere bislang übliche Zahlungen sollen abgeschwächt werden, etwa das Jubiläumsgeld, das bei besonders langen Betriebszugehörigkeiten gezahlt wird. Auch der Zuschlag für eine Rufbereitschaft soll halbiert werden. Laut IG Metall belaufen sich die Einbußen für die Beschäftigten jährlich auf insgesamt rund 120 Millionen Euro. Die Arbeitgeber bekannten sich zu Investitionen, um Standorte zu modernisieren.

Noch keine Finanzierungszusage durch Konzernmutter

Die Gewerkschaft betonte, dass die Umsetzung des Verhandlungsergebnisses nach der Zustimmung der IG Metall-Mitglieder auch an die Zusage der Muttergesellschaft Thyssenkrupp AG geknüpft ist, die Finanzierung der vereinbarten Maßnahmen sicherzustellen. Wann dies geschieht, ist noch offen. Erst dann soll der Tarifvertrag unterzeichnet werden. 

„Die IG Metall, die Mitbestimmung und die IG Metall-Mitglieder sind Ihrer Verantwortung nachgekommen“, erklärte NRW-Bezirksleiter Knut Giesler laut Mitteilung. Jetzt sei die AG aufgefordert, ihren Teil dazu beizutragen. „Es braucht eine Finanzierungszusage der geplanten Maßnahmen und Investitionen.“

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Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Stahlsparte, Tekin Nasikkol, erklärte: „Wir sind an unsere Schmerzgrenze gegangen und leisten unseren maximalen Beitrag für eine hoffentlich positive Zukunft des Stahls. Jetzt liegt der Ball beim Vorstand.“

dpa
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