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GeopolitikWie China und Saudi-Arabien ihre Allianz strategisch ausbauen

Die Zusammenarbeit zwischen Peking und Riad erreicht ein neues Niveau. China sichert sich Einfluss im Nahen Osten. Doch für Saudi-Arabien ergeben sich neben Chancen auch Risiken.Martin Benninghoff, Inga Rogg 20.11.2025 - 04:01 Uhr Artikel anhören
Ein Saudi-Aramco-Mitarbeiter auf dem Khurais-Ölfeld (Archivbild): Grundlage der Beziehung zwischen China und Saudi-Arabien ist und bleibt das Öl. Foto: AP

Shanghai, Istanbul. Changshu im April 2025: Bei der Grundsteinlegung für das neue Industrie- und Handelszentrum in der ostchinesischen Stadt erinnern die weißen Stühle mit ihren grünen Stoffschleifen nicht von ungefähr an die saudischen Nationalfarben. Saudische Geschäftsleute sind angereist, der chinesische Bauträger stellt seine Pläne vor. Hier, unweit von Shanghai, soll der „China-Saudi International Cooperation Industrial Park“ entstehen: ein Symbol für die stark vertiefte Kooperation Chinas mit Saudi-Arabien.

Mit 650 Millionen Yuan, umgerechnet rund 78 Millionen Euro, soll dort auf 100.000 Quadratmetern Raum für gemeinsamen Handel, Produktion und Forschung entstehen. Das Projekt gilt als Schlüsselplattform, um chinesische und saudische Industrieketten eng zu verknüpfen. Doch im Schatten des globalen Machtkampfs zwischen der Volksrepublik und den USA geht es auch um eine machtpolitische Standortbestimmung zwischen den beiden Großmächten:

  • In einer Phase, in der die USA ihre Einflusssphäre im Nahen Osten sichern wollen, positioniert sich China als unverzichtbarer Partner für das saudische Königreich.
  • Saudi-Arabien pendelt zwischen den beiden rivalisierenden Großmächten – militärisch und sicherheitspolitisch bleibt das Land stark an die USA gebunden, zugleich intensiviert Riad die wirtschaftlichen und technologischen Beziehungen zu China.
  • Was einst fast ausschließlich ein Ölgeschäft war, entwickelt sich zu einer strategischen Partnerschaft: China baut seinen Einfluss kontinuierlich aus, Saudi-Arabien reduziert seine Abhängigkeit vom Westen; ein Balanceakt, bei dem Chancen und Risiken eng miteinander verwoben sind.

Das Projekt in Changshu ist dabei nur eines von vielen; die Entwicklung verläuft beidseitig: In Riad soll bald ein chinesisches Wirtschaftszentrum entstehen, zahlreiche Unternehmen investieren im Königreich.

Saudi-Arabien

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Die Grundlage der Beziehung zwischen den beiden Staaten bleibt jedoch das Öl: China ist der weltweit größte Ölimporteur, Saudi-Arabien einer der wichtigsten Lieferanten. Im Oktober 2024 lieferte Saudi Aramco, das weltweit größte Erdölproduktionsunternehmen, rund 51 Millionen Barrel nach China, etwa 1,65 Millionen Barrel pro Tag.

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