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BankenBayerische Genobanken schreiben Großteil der Baywa-Darlehen ab

Höhere Wertberichtigungen auf die Baywa-Kredite hält der Genossenschaftsverband Bayern für nicht sachgerecht. Der Agrarkonzern Baywa war vergangenes Jahr beinahe kollabiert.Elisabeth Atzler 19.09.2025 - 10:29 Uhr Artikel anhören
Bayerische Genossenschaftsbanken: Sie sind über ihre Beteiligungsgesellschaft größter Baywa-Aktionär. Foto: picture alliance / dpa

Frankfurt. Die schwere Krise des Agrarkonzerns Baywa hat bislang überschaubare finanzielle Folgen für die bayerischen Genossenschaftsbanken. „Die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken haben Schuldscheindarlehen in Summe von circa 220 Millionen Euro im Bestand, und auf diesen Bestand sind etwa 60 Prozent an Wertberichtigungen gebildet worden“, sagte Alexander Leißl, Vorstand des Genossenschaftsverbands Bayern, am Dienstag vor Journalisten.

Diese Wertberichtigungen sind Leißl zufolge im Jahresabschluss 2024 erfolgt. Seitdem gebe es keine neuen Erkenntnisse mit Blick auf die Risikovorsorge auf Baywa-Engagements. Unterm Strich verdienten die bayerischen Genossenschaftsbanken im vergangenen Jahr 1,8 Milliarden Euro vor Steuern.

Eine höhere Wertberichtigung für Baywa-Darlehen sei nicht sachgerecht, sagte Leißl weiter. Denn eine komplette Wertberichtigung würde bedeuten, dass Baywa jetzt ein Insolvenzfall mit einer Insolvenzquote von null Prozent wäre. Verbandspräsident Stefan Müller sagte, das Sanierungsgutachten der Baywa gehe davon aus, dass das Unternehmen eine Zukunft habe.

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Deutschlands größter Agrar- und Baustoffhändler hatte im vergangenen Jahr kurz vor dem Kollaps gestanden. Eine ungestüme Expansion mit kostspieligen Akquisitionen führte zu hohen Schulden. Anteilseigner und Banken retteten das Unternehmen mit einem finanziellen Kraftakt.

Der neue Vorstand versucht nun, die Verschuldung abzubauen. Baywa soll saniert werden, 1300 Arbeitsplätze werden gestrichen.

Die Baywa-Krise hatte den Genossenschaftssektor als Anteilseigner und Kreditgeber, die Kleinaktionäre – darunter viele Landwirte – und die Mitarbeiter aufgewühlt. Die bayerischen Genossenschaftsbanken sind über ihre Beteiligungsgesellschaft BRB zudem größte Baywa-Aktionärinnen. Sie halten gut ein Drittel der Anteile und hatten auch bei der Rettung des Unternehmens mitgezogen.

Sicherungseinrichtung beim Bankhaus RSA eingebunden

Laut Müller würden selbst eine „anhaltende Schieflage“ oder mögliche Ausfälle von Baywa die Stabilität der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken nicht gefährden. Auch die Effekte der Baywa-Probleme auf die BRB seien bislang gering.

Nach Angaben des Verbands ist der Wert in den Büchern der Banken meist relativ niedrig, sodass per Ende 2024 fast keine Abschreibungen nötig waren. Zudem ist die größte Beteiligung, die Banken über die BRB halten, ihr Anteil an der Deutschen Zentral-Genossenschaftsbank (DZ Bank).

Die Baywa spielt als Agrarhändler eine wichtige Rolle für viele bayerische Landwirte, die wiederum oftmals Kunden der Volks- und Raiffeisenbank sind. Der Baywa-Konzern mit Hauptsitz in München war während der Niedrigzinsphase rasant ins Ausland expandiert – von Apfelplantagen in Neuseeland bis zu internationalen Wind- und Solarparks.

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Unterdessen spürt das genossenschaftliche Spitzeninstitut DZ Bank die Baywa-Krise ebenfalls. Das Vorsteuerergebnis ihrer Verbund- und Geschäftsbank brach 2024 um mehr als die Hälfte ein. Dies lag vor allem an einer höheren Risikovorsorge für ausfallgefährdete Kredite, die sich mehr als verfünffachte auf 456 Millionen Euro. „Ein Großteil“ davon sei auf den kriselnden Agrarkonzern Baywa zurückzuführen, sagte DZ-Bank-Chef Cornelius Riese zu Jahresbeginn.

Das angeschlagene Bankhaus RSA aus Rechtmehring steht Leißl zufolge vor erheblichen Herausforderungen, auch die Sicherungseinrichtung des Branchenverbands BVR sei eingebunden. Die Prüfung des Jahresabschlusses 2024 sei jedoch noch nicht abgeschlossen.

Vier große Rettungsfälle in den vergangenen anderthalb Jahren

Das Bankhaus RSA hat mit der deutlich größeren Meine Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim einen Kooperationsvertrag geschlossen. Als naheliegend gilt, dass es auf eine Fusion mit dem Rosenheimer Geldhaus hinausläuft. Häufig wird der kleinere, kriselnde Fusionspartner zuvor durch die BVR-Sicherungseinrichtung gestützt.

Bei den Genossenschaftsbanken gab es in den vergangenen gut anderthalb Jahren vier große Rettungsfälle. Mit insgesamt etwa 1,3 Milliarden Euro schirmte die Sicherungseinrichtung die entstandenen Risiken ab, eine gigantische Summe für die vier Banken, deren Bilanzsumme zusammen nicht einmal sieben Milliarden Euro beträgt.

Erstpublikation: 16.09.2025, 19:30 Uhr.

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