Tech-Konzern: Apple will Entwicklung der VisionPro offenbar pausieren
San Francisco. Apple ändert offenbar seine Strategie im Bereich Datenbrillen. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch. Die Entwicklung einer neuen Version der Brille VisionPro soll demnach einstweilen pausiert werden. Die freigewordenen Ressourcen will der Konzern stattdessen in ein alternatives Produkt investieren.
Dem Bericht zufolge geht es dabei um sogenannte Smartglasses: Sie ähneln konventionellen Brillen und blenden Inhalte direkt in das Sichtfeld der Nutzer. Ziel sei die Entwicklung eines Produkts, das es mit den Digitalbrillen des Facebook-Mutterkonzerns Meta aufnehmen kann.
Apple äußerte sich zunächst nicht dazu.
Ursprünglich wollte der Konzern 2027 eine günstigere und leichtere Variante der VisionPro herausbringen. Die aktuelle Version ist zwar sehr leistungsfähig und vielseitig – dennoch konnte sie die Kunden bislang nicht überzeugen. Die Verkaufszahlen blieben weit hinter den erhofften Absätzen zurück. Anders als die Konkurrenzprodukte von Meta kann die VisionPro das Sichtfeld nicht nur mit digitalen Inhalten ergänzen, sondern es auch komplett bespielen.
Nun rückt mit den Smartglasses offenbar ein simplerer Ansatz in den Fokus. Dem Bericht zufolge hat Apple bereits in der vergangenen Woche betroffene Mitarbeiter über den Strategiewechsel informiert. Teile des VisionPro-Teams sollen demnach abgezogen und auf das Brillenprojekt angesetzt werden.
Offenbar zwei Modelle geplant
Smartglasses gelten im Silicon Valley derzeit als besonders aussichtsreicher Zukunftsmarkt. Viele Tech-Konzerne entwickeln KI-zentrierte Geräte, die eines Tages das Smartphone ablösen könnten.
Apple arbeitet dabei an mindestens zwei Modellen: Einer einfacheren Version ohne Display (Codename N50), die mit dem iPhone gekoppelt wird, soll bereits im kommenden Jahr vorgestellt werden. Eine fortschrittlichere Variante mit integriertem Display war Bloomberg zufolge ursprünglich für 2028 vorgesehen, doch die Entwicklung soll nun beschleunigt werden.
Insgesamt hinkt der Konzern hinter der Konkurrenz her. Meta brachte bereits 2021 mit den Ray-Ban Stories seine ersten Smartglasses auf den Markt. Zwei Jahre später folgte mit den Ray-Ban Meta ein Überraschungserfolg. Erst kürzlich stellte Meta eine neue Generation ohne Display vor – mit besseren Kameras, längerer Akkulaufzeit und sporttauglichem Design.
Apple setzt bei seiner Brille stark auf Sprachsteuerung und Künstliche Intelligenz (KI). In beiden Bereichen tat sich der Konzern bislang schwer: Die Einführung der „Apple Intelligence“-Plattform kam verspätet, eine Neuauflage des KI-Assistenten Siri musste mehrfach verschoben werden. Nun soll eine überarbeitete Version, deren Einführung für das Frühjahr 2026 geplant ist, den Weg für eine neue Gerätefamilie ebnen – darunter Brillen, Lautsprecher, Displays und Kameras.