Kommentar: Blumes Doppelrolle war von Anfang an zum Scheitern verurteilt

Was hat eigentlich Oliver Blume geritten, erstens die Doppelrolle als VW- und Porsche-Chef anzunehmen und dann noch dreieinhalb Jahre beizubehalten?
Die Eigentümerfamilie wollte es und der pflichtbewusste Manager machte es. Dass er sich dagegen gewehrt hätte, ist nicht bekannt. Das war ein Fehler, der nur dadurch zu verstehen ist, dass zum Zeitpunkt der Entscheidung bei Porsche alles glatt lief.
Blume hätte aber nur an sein Lieblingshobby Fußball denken müssen. Da kann der Abwehrchef nur schwerlich gleichzeitig Torschützenkönig werden.
Gegen eine Doppelrolle spricht erst einmal die Doppelbelastung. Porsche-Chef ist nun mal keine 50-Prozent-Stelle und Volkswagen-Konzernchef schon gar nicht. Die Doppelrolle war vielleicht gut gemeint, bleibt aber eine Selbstüberschätzung mit Ansage.
Irgendetwas läuft immer schief
Denn irgendwo im Konzern läuft immer etwas schief und in der prekären Situation der gesamten deutschen Autoindustrie gleich an allen Fronten: ob bei der Tochter Audi, bei der Marke VW selbst und dann auch noch beim Ex-Rendite-Primus Porsche. Blume hat sich mit der Doppel-Konstruktion unnötig angreifbar gemacht. Denn ein CEO ist am Ende immer für alles verantwortlich. Und jeder Misserfolg nagt an der Autorität – in Blumes Fall eben doppelt.