Rohstoffe: Europas Kampf gegen die Abhängigkeit von Chinas seltenen Erden
Frankfurt. Seit April herrscht in der europäischen Industrie Ausnahmezustand. Damals setzte China unter anderem schwere seltene Erden auf seine Exportkontrollliste – Rohstoffe, die unter anderem für den Bau von Elektroautomotoren, Windkraftanlagen und Rüstungsgütern relevant sind. Erste Fabrikbänder stehen still, weil es keinen Nachschub der Rohstoffe gibt, weitere sind kurz davor.
Die Sorgen wuchsen, als Peking Anfang Oktober seine Ausfuhrbeschränkungen auf leichte seltene Erden ausweitete. Zwar wurde diese Verschärfung nach einem Treffen zwischen den USA und China um ein Jahr verschoben. Doch Experten sehen darin keine Entwarnung.
Denn für schwere seltene Erden gelten die Ausfuhrkontrollen weiterhin. Und bei ihnen ist Europa derzeit vollständig von China abhängig. Außerhalb der Volksrepublik gibt es derzeit keine große Raffinerie für schwere seltene Erden, lediglich Pilotprojekte.
Bei anderen wichtigen Rohstoffen für die Industrie ist die Abhängigkeit ebenfalls hoch, etwa bei Lithium.
Für China ist das der Erfolg einer jahrzehntelangen Strategie. Für Europas Industrie und Politik bedeutet es aber eine große Gefahr. Mit drei Strategien wollen sie daher versuchen, kritische Rohstoffe verlässlicher verfügbar zu machen.